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Absitzen unterwegs


Absitzen muss man oft schon bei kurzen Ausritten, zum Beispiel wenn man ein kurzes Stück steil abwärts führen muss. Wenn abgesessen werden soll, halten alle gemeinsam an — solange ein Pferd geht, laufen die anderen zu leicht nach -, und zwar so weit auseinander, dass keiner den anderen beim Absitzen behindert und die Pferde sich gegenseitig nicht zu nahe kommen. Das Absitzen ist eine Gelegenheit, die sie sehr gerne für kleine Rempeleien benützen: schnell den anderen mit angelegten Ohren anfletschen oder in die Kruppe zwicken, was mit einem kleinen Schlag aus der Hinterhand quittiert wird. Völlig harmlos, wenn Sie nicht gerade dazwischen stehen und den Schlag abbekommen.

Nach dem Absitzen behält man den Zügel in der Ellenbogenbeuge, so hat man sein Pferd stets unter Kontrolle und kann ungestört die Bügel hochziehen. Wenn man nur wenige Minuten führt, lockert man den Sattelgurt nicht unbedingt, aber schon bei einer längeren Führstrecke tut dem Pferd der gelockerte Gurt gut. Man darf dann nur vor dem Aufsitzen nicht vergessen, wieder nachzugurten (siehe hier). Auf längeren Ritten macht man etwa alle zwei Stunden »Entlastungspausen«, möglichst auf weichem Boden, um den Pferden die Möglichkeit zum Strahlen zu geben, zum Beispiel an einem hübschen Waldrand. Sie sitzen ab, ziehen die Bügel hoch und lockern den Sattelgurt. Wenn Sie sich nur ein bisschen die Beine vertreten wollen, können Sie das Pferd ruhig am Zügel mitführen - wie den Hund an der Leine, oder ein anderer Reiter hält Ihr Pferd mit.

Pferde lernen sehr schnell, ohne Schaden zu nehmen, mit der Trense im Maul zu fressen, nur den Nasenriemen sollte man lockern. Wenn man mit Sattel grasen lässt, muss man beim Nachsatteln besonders aufpassen, denn durch die starke Abwärtsbewegung des Halses verschiebt sich der Sattel.

Manche Pferde sind ausgesprochene Wälzer; wenn sie auf weichem Boden stehen und das Gewicht des Reiters los sind, ist ihr erster und dringendster Wunsch, im Gras zu liegen und sich zu wälzen. Für die kurze Pause ist es im allgemeinen unnötig abzusatteln. Sie behalten eben die Gelenke im Auge: Wenn das Pferd vorne weich nachgibt, reagieren Sie bitte sehr schnell - einen Schritt weiter gehen oder den Pferdekopf hochnehmen sonst liegt Ihr Freund und wälzt sich. Wenn der Sattelgurt gerissen ist, können Sie zu Fuß heimgehen! In manchen Dingen bleiben Männer ewig bevorzugt, sie können — ihr Rösslein lässig am Bändel - zum nächsten oder anstandshalber übernächsten Baum wandern und das tun, was bei »Entlastungspausen« nötig sein kann. Sie haben sogar hinter dem Rücken ihrer Tiere besten Sichtschutz. Unsereiner muss erst mal jemandem sein Pferd übergeben und sich dann auf eine längere Wanderung machen.

Nun, der Berg war gut bewaldet, ich fand ein verbergendes Gebüsch mit Blick ins Tal, auf die weidenden Pferde und die Freunde, die sich unterhielten. Was seh ich: Die Hottl, mein treues Tier, geht vorne in die Knie! Und die Freunde sehen es nicht, sie gucken in die andere Richtung.

Der Sattelgurt - die Hose - der Anstand - was soll ich retten? Alles egal, ich brüll, so laut ich kann: »Der Sattelgurt!« aber - niemand hört mich.

Mir bleibt nur eines: Hose rauf und mit wehendem Hemdzipfel den Hügel hinunter. Meine Lieben sehen mich entgeistert an, statt die Alte, die sich gerade niederlässt. Mein Gebrüll schreckt sie hoch — eine Sekunde, bevor sie sich wälzt. Der Sattelgurt - gerettet!

Seither sattle ich stets gleich ab, so sind Entlastungspausen keine Nervenbelastungen mehr. Sie hat mich gut gezogen! Ihr das Wälzen abzugewöhnen wäre sinnlos, wozu auch, wenn es ihr doch so gefällt! Bei einer längeren Rast, zum Beispiel einem richtigen Picknick, schont es Ihre Nerven ganz entschieden, wenn Sie den Wälzer gleich absatteln und der so wichtige Wunsch, sich ins Gras zu legen, erfüllt werden kann.

Frei laufen lassen kann man unsere Pferde im allgemeinen nur in einem umzäunten Platz oder wenn man sie sehr genau als zuverlässig kennt. Eines, möglichst das Leittier, sollte man allerdings immer festhalten, sonst zieht der ganze Verein grasend aus Ihrem Gesichtsfeld, dann sind Sie eine Weile mit Pferdefangen beschäftigt.

Will man die Pferde grasen lassen, was vom Futterbedarf her nur bei langen Ritten nötig ist, so sollte man darauf achten, dass wegen der Kolikgefahr nie zuviel Klee gefressen wird. Frische Luzerne sollte man meiden und weder von Grasstreifen neben Bundesstraßen noch neben Getreideäckern fressen lassen, weil das Gras unter Umständen giftig ist; das neben den Straßen von den Autoabgasen, das neben dem Getreide wegen der chemischen Unkrautbekämpfungsmittel.

Will man die Pferde laufen lassen, so muss man unbedingt die Zügel sichern, sonst tritt das Pferd hinein, und der Zügel oder Zaum reißt! (Da Sie in den Reitstiefeln keine Schnürsenkel haben, die als Ersatzzügel dienen könnten, kommen Sie unter Umständen arg in Verlegenheit.) Wenn man den Sattel auf dem Pferd lässt, kann man einen Bügel in den Zügel hängen und ihn einmal umschlagen, besser ist es aber - und das geht auch beim abgesattelten Pferd —, den Zügel am Kehlriemen zu verknoten.

Der Knoten ist mit einem einzigen Griff wieder offen, übrigens eine Bedingung, die an alle am Pferd verwendeten Knoten gestellt werden muss. Sie müssen das Pferd stets schnell wieder in der Hand haben können.

Bild 8. Oben: Zügelknoten am abgesattelten Pferd. Rechts: Luftmaschenknoten. Beide Knoten sind mit einem Griff zu öffnen, wenn man das Ende durch die letzte Schleife zurückschiebt und dann zieht.

Bild 9. Niemals am Zügel anbinden!


Will man einkehren, ist es das beste, die Pferde sehr kurz (30 cm) und ziemlich hoch anzubinden. Sie begreifen schnell, dass sie ruhen sollen, bald knicken sie ein Hinterbein ein, lassen Ohren und Unterlippe hängen und dösen. Selbst wenn sie in Ruhestellung sind und auch nur ein Pferd nicht gewohnt ist, allein in fremder Umgebung zu stehen, muss ein Reiter bei den Pferden bleiben.

Niemals darf man ein Pferd am Zügel anbinden!!!

Sobald das Pferd erschrickt und den Kopf hochwirft, zerreißt es den Zügel oder das Kopfgestell, es kann dann in Panik weglaufen und sich und andere gefährden. Außerdem reißt es sich selbst so im Maul, dass es böse Kieferverletzungen geben kann (abgesehen vom Schock, so im Maul gezerrt worden zu sein).

Zum Anbinden kann man einen Hanfstrick um den Pferdehals legen. Der Strick muss so geknotet sein, dass er sich nicht zuziehen kann. Man kann den Strick am Pferdehals mitführen, was natürlich für den Sonntagmorgenritt nicht sehr elegant aussieht, oder man hängt ihn an den Halteriemen vorne am Sattel. Beim großen Wandergepäck hat man das leichte Stallhalfter in der Satteltasche, das man dann schnell über die Trense zieht.

Den Platz zum Anbinden der Pferde muss man sehr sorgfältig wählen: Die Pferde müssen aus jedem Verkehr sein, sowohl von der Straße als auch von jedem Fußweg. Der Platz sollte möglichst eben sein, die Pferde dürfen keinen Schaden anrichten können (Geranien fressen oder ähnliches. Geranien sind erstens Gift für die Pferde, zweitens -abgefressen — Gift für das Ansehen der Reiter) und keinen Schaden erleiden (herumstehende Geräte, spitze Gegenstände.)

Wenn Sie zum Aufpassen ausgesucht wurden, trauern Sie nicht der Runde nach, die Ihnen entgeht, sondern beobachten Sie ruhig und ausgiebig die Pferde, selbst wenn diese scheinbar gar nichts tun. Auch dabei werden Sie vieles lernen, was Ihnen zum tieferen Verständnis Ihres Pferdes verhilft.


      

 




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