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Was man vor dem ersten Alleinritt wissen sollte!


Bisher ritten Sie immer in Begleitung eines »Verantwortlichen«, Sie wollen aber auch einmal alleine ins Gelände. Hier muss erwähnt werden, dass es sehr schwer ist, ein Pferd zum Alleinreiten geliehen zu bekommen. Schon das finanzielle Risiko ist beträchtlich, wenn man zum Beispiel an den Wert des Pferdes denkt. Es ist ein großer Vertrauensbeweis, wenn man mit einem geliehenen Pferd ausreiten darf. Eigentlich sollte man nie ganz alleine ausreiten. Das beste Pferd kann stolpern, ein Sturz ist nie auszuschließen. Oft bleibt das Pferd stehen, weil es verdutzt ist, und Sie sind so unverletzt und schnell, dass Sie es gleich wieder erwischen; manche Pferde sind so fein und bleiben in jedem Fall bei Ihnen, aber der überwiegende Teil wird - besonders eben, wenn kein anderes Pferd dabei ist - in schlankem Trab Richtung Heimat aus Ihrem Gesichtskreis entschwinden. Solange Sie in Stallnähe sind, geht das Pferd mit ziemlicher Sicherheit heim. In unseren dicht besiedelten Gebieten ist aber ein reiterloses Pferd, das selbständig und oft höchst unvorschriftsmäßig Straßen überquert, selbst gefährdet und für andere lebensgefährlich!

Immerhin, wenn das Pferd heil heimgekommen ist und Sie in angemessener Fußgängerzeit nicht nachkommen, wird man Sie suchen. Wer allein fortreitet, soll angeben, wohin er zu reiten gedenkt. Wenn Sie aber humpelnd und verdreckt heimkommen, nehmen Sie den lauten Spott Ihrer Freunde nicht so tragisch, es ist die pure Erleichterung, dass Ihnen nichts Ernstliches passiert ist und dass das Pferd, ohne Schaden zu erleiden und zu verursachen, wieder da ist.

Bild 4. Entlastender Sitz beim Bergauf- und Bergabreiten


Bevor Sie also allein - wenn es sein muss - bzw. mit einem gleich unerfahrenen Reiter losreiten, sollten Sie noch einige Dinge unter Anleitung geübt haben, zum Beispiel bergauf und bergab reiten: Pferde können erstaunlich steil aufwärts und auch abwärts gehen. Wenn Sie das erste Mal oben an einer steilen Wiesenböschung stehen, erschrecken Sie vielleicht bei dem Gedanken, da hinunterreiten zu sollen, dabei stehen Sie jetzt noch waagrecht! Der Hang wirkt noch viel steiler, wenn Sie hinter Ihrem geübten Vordermann hinunterreiten. Der Pferdehals vor Ihnen ist weg, Sie sehen die Wiese auf einmal weit unter sich, und Ihre Sitzgelegenheit ist sehr abschüssig. Um nicht am Hals des Pferdes wie auf einer Rutschbahn hinunterzugleiten, müssen Sie sich abstützen. Neigen Sie sich weit vor, stützen Sie sich mit beiden Händen auf den Mähnenkamm am Halsansatz. Damit haben Sie auch Ihrem Pferd einen Dienst erwiesen: Sie haben seinen Rücken stark entlastet, denn der Schwerpunkt liegt jetzt weiter vorne, die Hinterhand kann besser untertreten.

Bild 5. So nicht!

Sie müssen nämlich immer in der Fall-Linie den Berg hinunter- auch das noch! -, um nicht seitlich abzurutschen; dabei könnte sich Ihr Pferd nämlich überschlagen! Tun Sie alles, um mit dem Pferd im Gleichgewicht zu bleiben. Verhindern Sie durch Schenkeldruck, dass es seitwärts ausbricht. Die Zügel sind so locker, dass das Pferd seine Bewegungen gut ausbalancieren kann, aber eine sichere Führung muss gewährleistet sein. Das gilt im Prinzip auch beim Aufwärtsreiten, nur sind die Winkel andersherum. Wenn Sie sich vorneigen, kommen Sie näher an den Pferdehals heran, und wenn es sehr steil ist, so nahe, dass Sie sich am besten gleich am Pferdehals festhalten, nur - benützen Sie nie den Zügel als Haltegriff!

In beiden Richtungen ist es am besten, die Wahl des Weges soweit wie möglich dem Pferd zu überlassen. Bergauf können Sie ihm sogar weitgehend die Wahl der Gangart überlassen; besonders kurze steile Böschungen nehmen viele Pferde am besten und sichersten mit ein paar Galoppsprüngen.

Bei langen Steigungen geht man bergauf Schritt, um die Pferde zu schonen. Abzusitzen ist aufwärts selten nötig, die Steigung strengt ein Pferdeherz auch viel weniger an als Ihres. Abwärts werden Pferde schon bei einem wesentlich geringeren Neigungswinkel unsicher, einen Wiesenweg, den Sie durchaus hinaufgaloppieren können, schlendern Sie im Schritt hinunter.

Bergab treib mich nicht,
Bergauf verhalt mich nicht,
In der Eb'ne schon mich nicht,
Doch im Stall vergiss mich nicht!

So sagt schon eine alte Bauernregel von der Alb, oder die Fuhrleute sagten's oder Kavalleristen oder Pferdehirten in den Bergen Afghanistans!

Bei längeren Abwärtsstrecken sitzt man ab und führt - bei mehrstündigen Ritten tut das auch Ihren eigenen Gelenken gut! Zur Überwindung von Höhenunterschieden empfiehlt es sich, schwach steigend hinaufzureiten (Schritt) und steil abwärts zu führen. Zu den besonders reizvollen Ereignissen eines Ausrittes gehören Wasserdurchquerungen. Das Wasser muss ja nicht gerade so tief sein, dass man neben dem Pferdehals herschwimmen muss - über solche Kunststücke kann ich nicht berichten, das kam bei uns noch nie vor, aber Flüsse und Bäche durchquerten wir schon oft mit viel Spaß.

An richtigen Furten ist es natürlich besonders leicht, ins Wasser zu kommen, die Böschungen sind so abgeschrägt, dass Fahrzeuge gut ins Wasser und wieder herauskommen, für Pferde also kein Problem. Nur, solche Furten sind selten geworden; ab und zu führt noch ein Feldweg direkt durch einen Bach. Meistens muss man eine Weile am Ufer suchen, bis man eine zum Überqueren geeignete Stelle findet.

Das Wasser muss so klar sein, dass man den Grund sieht; es darf nicht zu tief sein - etwa bis zum Sprunggelenk des Pferdes, es kommen bei dieser geschätzten Tiefe noch oft genug Stellen, wo Sie schnell die Beine hochziehen, um kein Schwallwasser in die Stiefel zu bekommen. Große Felsbrocken müssen umgehbar sein; Stellen, an denen man den Grund nicht sieht, können wirklich grundlos sein; der Spaß hört sicher auf, wenn Sie in so einem morastigen Loch versacken! Vorsicht, es gibt auch Grund, der fest aussieht, aber Schlamm ist. Kleine sichtbare Geröllbrocken oder Kies sind am zuverlässigsten.

Industriewasser hat entweder eine verfremdete Farbe, üblen Geruch oder schäumt stark; wenn man nach der Karte reitet, meidet man auch Gewässer direkt unterhalb größerer Ansiedlungen. Industriewasser sollte man unbedingt meiden, es kann nicht nur beim Saufen giftig sein, sondern schon das Durchwaten kann genügen, um Hautausschläge zu verursachen. Besonders zu achten ist auf nutzlos gewordenes Kulturgut, wie rostende Fahrräder, Blechdosen, Maschinenteile, Flaschen usw., die oft gedankenlos ins Wasser geworfen wurden und nun sehr gefährlich werden können. Diese Gefahr ist besonders groß in der Nähe von Brücken, daher Vorsicht!

Bei natürlichen Flussufern lässt sich meistens eine Stelle finden, an der man, ohne dass die Pferdehufe Schaden verursachen, in den Fluss kommt. Man muss immer schon eine geeignete Ausstiegsstelle auf der anderen Seite im Auge haben; nur selten kann man ein Stück — einige zehn Meter - im Flussbett bleiben. Leider sind die meisten Ufer unserer Bäche und Flüsse reguliert. Wenn die künstlichen Ufer betoniert oder gemauert sind, ist sofort klar, dass diese Gewässer für uns ungeeignet sind - meist nicht nur für uns, sondern auch für die Fische und die Dorfgänse, für die Wasserpflanzen und die Gehölze am Ufer. Oft sind Böschungen neu mit Sträuchern und Gras bepflanzt, sie sind selbstverständlich nicht bereitbar, weil die Hufe der neuen Vegetation schaden würden; außerdem sind diese Böschungen sehr gefährlich. Sie sind mit meist nicht mehr sichtbarem Drahtgeflecht befestigt, und die Stollen der Hufeisen können darin hängenbleiben. Ein Sturz an einer solchen Stelle kann böse ausgehen.

Haben Sie eine zum Durchqueren geeignete Stelle am Ufer gefunden, so reiten Sie wie beim Bergauf- und Bergabreiten entlastend vorgeneigt, und zwar nicht nur beim Ein- und Ausstieg am Ufer, sondern auch bei jedem Schritt im Wasser. Die Balance zu halten ist für das Pferd im Wasser oft erschwert, weil der Flussgrund hierzulande meist uneben und steinig ist.

Viele Pferde gehen ausgesprochen gern ins Wasser, oft treten sie aus Übermut spritzend auf die Wasseroberfläche. Wenn Sie nachher gleich weiterreiten, können Sie die Pferde beliebig saufen lassen. Passen Sie auf, dass Ihr Ross sich nicht auf einmal wälzt! Ich sah einmal einen Reiter zu Fuß im Wasser stehen, das Wasser lief ihm oben in die Stiefel, sein Pferd lag ihm zu Füßen. Es hatte sich samt Reiter hingelegt und war im Begriff, sich zu wälzen! Mit vereinten Kräften brüllten wir den Kerl wieder auf die Beine, denn zu schnell ist ein Sattelgurt gerissen, und ein nasser Sattel war nicht auch noch nötig, aufgeweichte Stiefel genügten!

Bild 6. Manche Pferde wollen gar nicht ins Wasser, andere wälzen sich mit Wonne


Andere Pferde allerdings weigern sich, durch eine Pfütze zu gehen, sie haben eine elementare Angst vor Wasser. Reden Sie beruhigend mit dem Pferd, versuchen Sie, es direkt hinter einem sicheren Pferd ins Wasser zu reiten, treiben Sie es ruhig, aber unmissverständlich vorwärts, und zwar energisch.

Das Wichtigste ist, selbst Ruhe zu bewahren, nichts aus der Sache zu machen. Das Pferd merkt Ihre Aufregung sofort, lässt sich aber genauso von Ihrer Ruhe und Sicherheit beeinflussen. Das gilt nicht nur für Wasser, sondern für alle »Gefahren«: flatternde Planen, ratternde Maschinen, Neues, Böses, Unbekanntes! Riskieren Sie am Anfang so wenig wie möglich, reiten Sie ruhig einen Umweg. Wenn Sie unbedingt an der »Gefahr« vorbei müssen, stellen Sie das Pferd mit dem Gesicht zur Gefahr! Bei tatsächlicher Gefahr oder Platzmangel muss man damit rechnen, dass das Pferd rückwärts tritt und dann unter Umständen erst recht in eine Gefahrenzone kommt.

Manchmal nützt es, ein paar Schritte rückwärts zu richten, bis das Pferd sich unter Ihrer Stimme und durch Streicheln beruhigt hat; dann erneut energisch vorwärts reiten, ein paar Schritte näher an das Gefährliche heran. Im allgemeinen wird es bei jedem Versuch ruhiger auf die Gefahr zugehen, bis es vorbei ist, dann aber loben, loben! Sie sollten noch wissen, was Sie tun müssen, wenn Ihr Pferd das große Rennen kriegt und durchgeht! Manchmal läuft das Pferd aus einem nichtigen Anlass los und scheint sich dann an der eigenen Geschwindigkeit zu berauschen. Leider hat man hierzulande selten 5 Kilometer Steppe vor sich, wo es sich ausrennen könnte. Man muss es also bremsen. Wenn man Platz hat, kann es auf einem immer enger werdenden Zirkel reiten und dann parieren. Achten Sie darauf, dass Sie Kopf und Hals des Pferdes möglichst hoch halten. (Halten Sie Ihren Kopf seitlich vom Pferdehals; wenn das Pferd so erregt ist, schlägt es leicht mit dem Kopf hoch.)

Wenn der Platz nicht ausreicht, muss man eben parieren. Setzen Sie sich fest in den Sattel und treiben Sie das Pferd von hinten an die Zügelfaust. Nehmen Sie den Zügel immer wieder an und geben Sie nach, mal rechts, mal links. Werden Sie aber erst grob, wenn es weich gar nicht mehr geht.


      

 




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