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Beim Schmied


Pferde werden in unseren Gegenden beschlagen. Der Beschlag dient dem Schutz des Hufes. Viele Pferde in sandigen Gebieten laufen barfuss, denn auf Sand werden die Hufe nicht so stark abgenutzt - oft leben gerade dort, zum Beispiel in Ungarn oder Nordafrika, auch leichte zähe Pferde mit glasharten Hufen.

Bei uns wurden die Pferde seit jeher beschlagen; die meist steinigen Wege wetzen die Hufe stärker ab, und auf den lehmigen Böden haben die Eisen mit Stollen mehr Halt und Griffigkeit. Das war besonders im schweren Zug wichtig, denn durch das Einstemmen hätten die Hufe zu leicht ausbrechen können.

Der Beschlag muss 6-7mal im Jahr erneuert werden. Durch die Eisen entfällt die natürliche Abnutzung der Hufe, so dass sie unter dem Eisen nachwachsen können. Ungefähr alle 8-9 Wochen ist der Schmied fällig. Er nimmt die Eisen ab, schneidet die Hufe aus und beschlägt mit den gleichen ausgebesserten Eisen neu. Wie oft ein Eisen wieder verwendet werden kann, richtet sich nach der individuellen Abnützung, die an jedem der vier Hufe verschieden sein kann. Korrekt gehende Pferde kommen bis zu dreimal mit denselben Eisen aus.

Bild 19. Aufheben beim Schmied (links);
Streicheln und das Zureden eines dem Pferd vertrauten Menschen wirken sehr beruhigend (oben)


Mancher Reiter hat schon Prüfungen abgelegt und Jagden geritten und war noch nie beim Schmied. Wenn man einmal wandern will, sollte man einigermaßen Bescheid wissen, denn es kann unterwegs leicht ein Eisen verlorengehen, abbrechen oder sich lockern, so dass man zum Schmied muss.

Es ist übrigens heutzutage oft schwer, einen Hufschmied zu finden. Man wird sich deshalb, wenn möglich, beim Vorbereiten eines langen Wanderrittes schon nach Hufschmieden erkundigen und die Anschriften vorsorglich aufschreiben. Wenn man in unbekanntem Gebiet einen braucht, fragt man im nächsten Ort. Meist wissen die Leute in Landmaschinen- oder Autowerkstätten Bescheid. Rufen Sie aber erst bei der angegebenen Adresse an, ob der Schmied noch beschlägt, und melden Sie sich für die ungefähre Zeit an, damit er die Esse schon vorbereiten kann; bis Sie im Schritt hingeritten sind, vergeht etliche Zeit. In einer eingerichteten Hufschmiede sind meistens an einem lichtgünstigen Platz - im Freien unter einem Vordach oder bei einer breiten offenen Tür - schon die Anbindeplätze für die Pferde vorbereitet: Schwere Ketten hängen an der Wand mit Halsbändern zum Anbinden der Pferde. Für unruhige Pferde sind Stallhalfter unbedingt besser als Ketten.

Die Pferde werden ziemlich kurz angebunden. Wichtig als Hilfe für den Schmied ist nicht nur, dass einer gut und sicher die Hufe aufhebt, sondern dass auch jemand am Pferdekopf steht und beruhigend auf das Pferd einwirken kann - er kennt es, lenkt es durch Streicheln und gutes Zureden ab —, damit man nicht zur »Nasenbremse« oder schlimmen Zwangsmaßnahmen greifen muss. Jetzt zeigt sich, ob ein Pferd schmiedefromm ist. Das ist übrigens eine Frage, die man beim Anschaffen eines Pferdes nie vergessen darf. Pferde, die einmal in der Schmiede falsch oder grob behandelt wurden, sind oft scheu und toben vor Angst, selbst wenn sie sonst nie scheuen und ganz ruhig und brav sind. Es lohnt sich sehr, wenn man in gewohnter harmloser Umgebung immer wieder die Hufe aufgehoben hat, nicht nur zum Auskratzen, sondern richtig hochgezogen, wie es der Schmied braucht, um in richtiger Höhe zügig arbeiten zu können.

Nicht alle Schmiede haben den genau gleichen Arbeitsablauf; manche machen mehrere und kürzere Arbeitsgänge, andere machen verschiedene Dinge beim gleichen Aufheben. Darum müssen Sie sich beim Aufheben einen besonders guten Stand suchen, sonst erdrückt Sie das Gewicht des Pferdes, wenn es ihm auf drei Beinen unbequem wird und es anfängt, Sie zu belasten.

Jeder Arbeitsgang wird nacheinander an allen vier Hufen durchgeführt:

1. Arbeitsgang: Die Eisen werden abgenommen und begutachtet, ob sie noch einmal verwendet werden können.

2. Arbeitsgang: Die Hufe werden mit der Hauklinge gekürzt und mit dem Hufmesser ausgeschnitten, dann geraspelt und gefeilt, die Vorderhufe auf dem »Bock«.

3. Arbeitsgang: Jedes einzelne Eisen wird am Feuer warm gemacht, gerichtet und dem Huf aufgebrannt. Das ist der Arbeitsgang, bei dem's »stinkt, wie in der Hufschmiede« und Sie vor beißendem Rauch in den Augen nichts mehr sehen; kümmern Sie sich nicht um Gestank und Rauch, halten Sie den Huf fest!

4. Arbeitsgang: Die kalte Arbeit, also Einbohren von Gewinde, Einschrauben oder Einschlagen von Stollen, Aufschweißen einer Stahl-platte, Aufschlagen der Nagellöcher, Kanten abschmirgeln. Während dieser Arbeit hat der Aufheber Pause, kann sich erholen, evtl. Bier besorgen und die Hufspäne zusammenfegen.

5. Arbeitsgang: Jedes frische Eisen wird zuerst mit zwei Nägeln an den Huf geheftet, dann lässt man ab, damit der Schmied prüfen kann, ob der Huf richtig auf dem Eisen steht. Dann wird das Eisen mit allen Nägeln aufgeschlagen, je Seite vier bis fünf, je nach Größe des Eisens. Ein Loch auf jeder Seite bleibt immer frei. Die Nagelspitzen werden umgebogen.

6. Arbeitsgang: Das »Zumachen«, d.h. das Abzwicken der Nagelspitzen und Versenken der Nieten im Hufhorn. Raspel und Feile geben den letzten Schliff.

Bild 20. Für die letzten Arbeitsgänge beim Schmied wird der Vorderhuf auf den »Bock« gestellt.


Nachdem Sie die Hufe schwarzglänzend eingefettet haben, können Sie mit den neuen Schuhen abziehen, verfolgt von dem prüfenden Blick des Schmiedes, ob er keinen Huf »vernagelt« hat, was dazu führen würde, dass das Pferd lahm geht.

Der Beschlag sollte etwa acht Tage vor der Reise durchgeführt werden, damit sich Sehnen und Muskeln an die neue Winkelung der Hufe gewöhnen können.

Wenn Sie Ihrem bewährten Schmied sagen, dass Sie auf große Reise gehen wollen, wird er sich ganz besondere Mühe geben und Sie so sorgfältig bedienen, dass Sie unterwegs eigentlich gar keine Schwierigkeiten haben können!


      

 




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