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Die bunten Ostereier

Die farbigen Eier sind für uns ein Zeichen dafür, dass das Grau der winterlichen Tage schwindet und Sonne und Leben wiederkehren. Wir färben und bemalen sie zur Freude der Kinder und der Erwachsenen, schmücken damit unseren Frühstückstisch -oder blasen sie aus und hängen die leichten Schalen an die knospenden Zweige, an farbigen Fäden ins geöffnete Fenster oder in einem bunten Kranz unter die Wohnzimmerdecke. Wer den Schmuckwert alter Gebrauchsformen zu schätzen weiß, bastelt vielleicht eine Osterpyramide. Auch die langen Blumenstäbe in den Hyazinthentöpfen kann man mit den farbigen Schalen schmücken. Ein anderer Sinn läge darin, die Eier liebevoll zu bemalen und hinterher als österlichen Gruß zu verschenken.

Österlicher Eierbaum im Vorgarten. Die Schalen werden mit Plakatfarben deckend angestrichen und mit einem farblosen Lack (Klarlack) gegen die Unbilden der Witterung geschützt.

Vorbereitende Arbeiten

 

 

Ei-Aufhängung. - Ein Streichholzstück wird an den Faden gebunden und durch eins der beiden Ausblaslöcher in die Eischale eingeführt. Beim Anziehen des Fadens legt sich das Hölzchen im Innern quer und hält die Schale fest.

Voraussetzung für das Bemalen sind weiße Schalen. Die gekauften Eier weden in eine warme Waschmittellauge gelegt und mit einer kleinen Bürste gründlich von allem Schmutz und der natürlichen Fettschicht befreit. Bevor man mit dem Färben oder Bemalen beginnt, muss die Schale wirklich sauber und fettfrei sein.

Wenn es uns nur um die schmucke Schale geht, blasen wir das Ei vor dem Bemalen aus. Mit einem Eistecher (»Eipicker«) aus der Küche stechen wir an beiden Enden je ein kleines Loch in die Schale. Dieses erweitern wir mit einem anderen spitzen Gegenstand vorsichtig durch leichtes Ausbrechen des Schalenrandes so, dass sich ein zweckmäßig engeres oder weiteres Loch ergibt, durch das wir mit unserer Lungenkraft Eiweiß und Dotter austreiben können. Das Blasloch am spitzeren Ende der Schale kann kleiner bleiben. Das Ei lässt sich leicht ausblasen, wenn man zuvor den Dottersack (die Haut, die den Dotter zusammenhält) im Innern der Schale mit einer langen Stopfnadel durchsticht. Andernfalls legt er sich umseitig vor das Austrittsloch und kann durch das Blasen allein nur mühsam zum Bersten gebracht werden. Eiweißreste lassen sich mit warmem Essigwasser herausspülen. Anschließend muß die Schale noch einmal gründlich gewaschen werden. Eiweißreste, die auch in geringen Mengen außen haften bleiben und antrocknen, verhindern später den Zugang der Farbe zum Schalenkalk. Volleier - zu Schmuckzwecken! - sollte man mindestens eine halbe Stunde lang kochen, damit das Innere während der langen Lagerzeit nicht verdirbt.

Einfaches Färben

Als Färbemittel dienen käufliche Eifarben und für nicht zum Verzehr bestimmte Eier auch farbige Holzbeizen und Stoffarben. Zartere Tönungen mit besonderem Reiz erhält man mit den volkstümlichen Naturfarben in einem Absud gekochter Zwiebelschalen (gelb bis rotbraun), Eichenrinde (dunkelbraun), roter Rüben (rot), Spinatblätter (grün), Erlenzapfen und Erlenrinde (schwarzgrau). Je nach Dauer des Bades erzielt man hellere oder dunklere Färbungen. Etwas Essig im Färbebad fördert eine intensivere Verbindung der Farbe mit dem Schalenkalk. Nach dem Färben reibt man die warmen Schalen mit Speck, Speiseöl oder weißer Schuhcreme (Bohnerwachs) blank.

Zum Bemalen der Eier mit Plakatfarben nimmt man am besten einen Haarpinsel. Es empfiehlt sich, den Eikörper zunächst nur bis zur Hälfte anzustreichen und irgendwo - z. B. auf einem umgedrehten Flaschenverschlussdeckel -zum Trocknen abzustellen. Wenn die Farbe trocken ist, wird die andere Hälfte behandelt. Zum Verschenken legen wir die mit Plakatfarben bemalten Eierschalen in ein klares Glasgefäß. Nächstes Jahr wird sie sich der Empfänger an die kahlen Zweige im Vorgarten hängen.


 

In einem hohen Glasgefäß können die gefärbten Eierschalen auch als dekorativer Raumschmuck Verwendung finden. Weitere »Accessoires«, um österliche Gestimmtheit im Wohnzimmer zu verbreiten, sind dann schon nicht mehr nötig. Aufbewahrung der empfindlichen Schalen in mit Klappdeckeln verschließbaren Eierkartons, die man sich das Jahr über zurücklegt oder sich vom Eierhändler schenken lässt.

Bemalen mit Plakatfarben

Plakatfarben (z. B. PELIKAN-»Plaka«) trocknen wisch- und wasserfest auf. Die Oberfläche ist matt. Will man sie glänzend haben, kann man die bemalte Schale auch mit einem Klarlack überstreichen (wonach allerdings die Farbe etwas dunkler erscheint). Plakatfarben müssen vor jedem Gebrauch im Vorratsbehälter gut umgerührt und bis zur Streichfähigkeit mit Wasser verdünnt werden. Es empfiehlt sich, immer nur die voraussichtliche Gebrauchsmenge in einem besonderen Gefäß zu verdünnen, weil verdünnte Plakafarbe nach einiger Zeit in einem Bodensatz verhärtet und unbrauchbar wird.

Diese Detailaufnahme aus dem schon eingangs vorgestellten »Eierbaum« soll hier noch einmal die erfrischend heitere Natürlichkeit eines solchen Baumschmucks vor Augen führen.

Malen mit Deckfarben, Faserstiften und Faser-Markern

Am einfachsten ist das Bemalen der weißen Schale mit Deckfarben, eine Arbeit, die Kinder schon bewältigen, noch ehe sie überhaupt mit dem Pinsel umzugehen verstehen. Sie tupfen ihre fünf Finger der linken Hand auf je einen angefeuchteten Farbknopf und bestempeln das Ei rundum mit farbigen, runden Fingerpunkten. Größere denken sich ein einfaches Pinselmuster aus oder erfinden zierliche Ornamente, an denen sie stundenlang mit Hingebung schaffen können. An das Malen auf der gewölbten Fläche muss man sich erst gewöhnen. Man kann die Schale zwischen zwei dicke Bücher legen und feldweise bemalen. Auch im Eierbecher hat sie einen festen Stand. Praktischer aber ist es, die ausgeblasene Schale mit einem dünnen Dübelrundholzstäbchen oder einer Stricknadel zu durchfahren und deren Enden auf zwei auf Distanz gelegte Bücher (Holzldötze, Schleifkorken) aufzulegen, so dass die Schale auf der durchgesteckten »Achse« drehbar in der Schwebe gehalten wird. Wenn man dann den Pinsel an die Schale hält und diese dreht, so gibt es exakt umlaufende Farbringe. Man muss mit möglichst trockenem Pinsel malen, damit die Farbe nicht an der Schale herunterläuft.

Bemalte Eier aus der Fabrikation der kleineren »Osterhasen«. Vom mühsam erzielten Klecksdekor bis zur routinierten »Drehschalenmalweise« ist hier alles möglich, und wir sollten solche Ergebnisse nicht in erster Linie mit Erwachsenenmaßstäben beurteilen, sondern uns an der naiven Frische erfreuen, die die kindlichen Machwerke auszeichnet.

Versuche haben ergeben, dass auch die handelsüblichen farbigen Faserstifte (ohne Xylol und Toluol!) zum Bemustern von Ostereiern brauchbar sind und von den Kindern wegen ihrer intensiv leuchtenden Farbe gern verwendet werden. Für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter gibt es auch »Fasermaler« mit Lebensmittelfarben.

Einen Deckfarbenkasten, einen Pinsel und ein paar ausgeblasene Eier - was braucht der Mensch mehr, um sich in das große Abenteuer österlicher Geschenkbereitung stürzen zu können! Auf das Alter kommt es dabei weniger an - ein bisschen Spaß gehört dazu und die liebevolle Hinwendung zum Empfänger. Auch ein Goldschreiber, um dem bemalten Ei noch zusätzlich goldene Punkte und Linien aufzusetzen, lässt Kinderherzen höher schlagen und vermag ihre gestalterischen Gefühle ins Unermessliche zu steigern.


Handbemalte Ostereier aus Polen. Die Arbeiten Erwachsener unterscheiden sich von Kinderarbeiten durch ihre exakte Linienführung und überlegte Farbgestaltung -hier in einer reizvollen » Ton-in-Ton« - Abstufung von Ocker, Braun, Schwarz und Weiß.

Wachsdruckreserve

Zum »Batiken« eignet sich am besten das weiche, klebrige Bienen- oder Batikwachs. Kerzenstearin müsste mit Rindertalg vermischt werden, damit es seine Sprödigkeit verliert. Außerdem braucht man eine Möglichkeit, das Wachs zu erwärmen und möglichst lange flüssig zu halten, z. B. eine Kochplatte, die sich auf niedrige Temperatur schalten lässt.

Als Werkzeug dienen ein Holzstäbchen mit einer normalen Stecknadel in dem einen und einer Glaskopfnadel im anderen Ende, eine gewöhnliche Schreib- oder Kugelspitzfeder und eine Hühnerfeder, die wir knapp hinter der Spitze abschneiden und bis auf ein kleines Federdreieck den Kiel entlang kahlscheren.

Wichtiges Requisit zum Batiken ist eine umschaltbare Kochplatte und ein Gefäß, um darin das Wachs zu verflüssigen. Als Werkzeug dient ein Rundholzstäbchen mit einer gewöhnlichen Stecknadel in dem einen und einer Glaskopfstecknadel im anderen Ende, ferner eine bis auf ein kleines Dreieck beschnittene Vogelfeder und (nicht im Bild) eine heute nur noch schwer erhältliche Schreib- oder Kugelspitz-Stahlfeder im Holzfederhalter.

Die Arbeit: Man erhitzt das Wachs, bis es zu dampfen beginnt, und hält die Glaskopfnadel so lange hinein, bis sie die Temperatur des flüssigen Wachses angenommen hat. Dann tupft man damit schnell einen Wachspunkt auf das Ei. Ein andermal zieht man den Punkt nach dem Aufsetzen sofort nach einer Richtung weg. Mit diesen beiden Grundformen - Punkt und Keil - lassen sich alle möglichen Muster und Ornamente zusammensetzen: Blütensterne, Sonnen, Punktketten, Girlanden usw. Mit einer gewöhnlichen Stecknadel erzielt man natürlich die gleichen Formen, nur eben feingliedriger.

Abschließend müssen die mit Wachs bedruckten Eier in einem 40-50° warmen (nicht heißeren!) und sehr kräftigen Färbebad (Ostereier- oder Stoffarbe) gefärbt werden. Stoffarben werden nach Vorschrift zunächst in kochendem Wasser aufgelöst und durch ein Tuchsieb abgegossen. Ein Schuss Essig gibt der Farbe größere Bindekraft.

Mit der Glaskopfnadel auf die weiße Schale gesetzte Wachspunkte. Zieht man das noch flüssige Wachs nach einer Richtung weg, dann entsteht eine Keilform, die sich zu allen möglichen Ornamenten zusammensetzen lässt.
Das mit Punkten und Keilen fertig bedruckte Ei.

Das Prinzip dieser Technik liegt darin, dass dort, wo das Wachs sitzt, der Schalenkalk keine Farbe aufnimmt und weiß bleibt. Nach dem Trocknen entfernt man den Wachsaufdruck durch Abreiben mit einem über der Heizplatte angewärmten Lappen. Wachsreste werden auf der ganzen Schalenfläche verrieben, wodurch diese Glanz und Schutz gegen Feuchtigkeit bekommt.

Um mehrfarbige Muster zu erzielen, trägt man nach der ersten Färbung weitere Wachsabdeckungen auf dafür vorgesehene Stellen auf. Dann muss ein zweites Mal mit einem dunkleren Farbton (z. B. Rot auf Gelb) gefärbt werden. Wie beim Batiken gilt die Reihenfolge »dunkel auf hell« in der entsprechenden Abstimmung. Nach dem letzten Färbegang werden alle Wachsaulla gen gemeinsam abgerieben.

»Gebatikte« Gänseeier aus der Tschechoslowakei. Zwei Färbegänge: erst gelb, dann nach zusätzlichem Überdecken der gelb gefärbten Flächen mit Wachs eine zweite Färbung mit Rot. Schwarz wurde mit der Hand eingetragen. Geschenkeier aus Mardorf in Hessen. Wachsmuster und Sprüche werden mit der Schreibfeder »aufgemalt«.


Das in das heiße Wachs getauchte Federdreieck hinterläßt Dreiecke, die ebenfalls ornamental angeordnet werden können.
Lineare Zeichnungen erzielt man mit einer in das heiße Wachs getauchten Schreibfeder. Für lange Striche muß das Metall gut angewärmt werden.

Ätzen mit verdünnter Salzsäure

Salzsäure kaufen wir in der Apotheke -und zwar schon in dem für unsere Zwecke geeigneten Verdünnungsgrad als »technische Salzsäure« - 30 %. Der Umgang mit dieser stark verdünnten Säure ist weniger gefährlich. Dennoch sollte man die nötige Vorsicht walten lassen. Auf keinen Fall darf man damit in der Gegend herumldecksen! Säurespritzer beschädigen die Kleidung und rufen auch auf der Haut schmerzhaftes Brennen hervor. Ein Gegenmittel bei Verätzungen mit konzentrierter Salzsäure wäre Salmiakgeist. Sollte uns doch einmal ein Tröpfchen der verdünnten Säure auf die Finger kommen, dann empfiehlt sich sofortiges Abspülen mit scharfem Strahl unter der Wasserleitung.

Die Arbeit: Wir füllen eine geringe Menge der verdünnten Säure in ein enges Porzellangefäß - z. B. einen Eierbecher - und tragen sie mit der Schreibfeder im Holzfederhalter wie Tinte auf das zuvor dunkel gefärbte Ei auf. Die Spur sollte bei dem angegebenen Verdünnungsgrad zunächst noch keine sichtbare Wirkung zeigen. Erst beim Abwischen mit einem nassen Lappen tritt der Schalenkalk an der überzeichneten Stelle weiß hervor. Schäumt er sofort nach dem Auftragen der Säure, dann ist die Verdünnung zu gering (der Säuregehalt zu hoch). Lässt sich die Farbe beim Abwischen mit dem nassen Lappen nicht abheben, dann ist die Verdünnung zu stark (der Säuregehalt zu gering). Mit einer 30%igen Verdünnung werden wir in der Regel richtig liegen.

Das sind die zum Ätzen der gefärbten Schale benötigten Requisiten - eine geringe Menge verdünnte Salzsäure (30 %), Schreibfedern im Holzfederhalter, ein Teller mit einem nassen Lappen. Und natürlich arbeitet man nicht auf der empfindlichen Tischplatte, sondern auf einer Abdeckung mit Zeitungspapier.


Die Arbeitsfotos zeigen das Ätzen umlaufender Linien in »Drehschalentechnik«. Die gefärbte Schale wird durch die Ausblaslöcher hindurch mit einem dünnen Dübelholz oder einer Stricknadel durchfahren und auf dieser Achse drehbar zwischen zwei ausreichend hohe Bücher oder Holzklötze gelegt. Um ein Verschieben zu vermeiden, kann man die Achsenenden mit Klebestreifen festlegen.
Markieren der umlaufenden Linien mit dem Bleistift (die Schale wird unter dem aufgesetzten Bleistift mit dem Finger gedreht). Darunter: das Nachzeichnen der Linie mit der in Säure getauchten Feder. Unten: Freiwischen mit dem nassen Lappen.

Mit einer Kugelspitzfeder erzielt man breitere Linien, mit einer spitzen Schreibfeder feingliedrigere Figuren und dünnere Linien. Mit der Kugelspitzfeder kann man auch breite Farbflächen abdecken (abheben). Es empfiehlt sich, jeden aufgetragenen Einzelstrich sofort mit dem nassen Lappen abzuwischen - einerseits, um die Arbeitsfläche säurefrei zu halten und ein Verwischen des Auftrags zu verhindern, andererseits, um zu vermeiden, daß sich die Säure unter der Abdeckung auch in die Breite frisst und unscharfe Begrenzungen hervorruft. Die mit dem nassen Lappen auf die zu bearbeitende Farbfläche aufgetragene Feuchtigkeit ist immer gleich wieder mit einem weichen Toilettenpapier aufzunehmen. Keine Säure auf die noch nasse Schale auftragen!

Abschließend wird das geätzte Ei unter den Wasserhahn gehalten und kräftig abgespült.

Zwei besonders schöne Arbeiten (rote Schale in Drehschalentechnik, blau - frei »bemalt«).
Österliche Blumenstäbe! Bemusterung der aufgesteckten Eierschalen mit verdünnter Salzsäure (Ätzverfahren). Die Abbildungen zeigen zugleich Möglichkeiten, mit einer Kugelspitzfeder auch breitflächiger zu arbeiten (für ornamentale Bänder).

Kratztechnik

Von dunkel gefärbten Eiern lässt sich die Farbe in Mustern herunterkratzen. Man braucht dazu Geduld und Kraft. Als Werkzeug dient irgendeine harte Stahlspitze (Messerspitze, Nagelfeile). Man hält das Ei in der linken Hand und kratzt so viel Farbe ab, bis der Schalenkalk wieder weiß zum Vorschein kommt.

Die Kratztechnik ermöglicht es, relativ realistische und feine Motive zu verwirklichen, die mit Stiftzeichnungen Ähnlichkeit haben.

»Kratz-Eier« aus Polen. -Man sollte bei dieser Technik auf möglichst festschalige Eier achten, da die Schalen viel und hart in der Hand bewegt werden müssen. Als Werkzeug eignet sich jeder scharfe und spitze Gegenstand. Die Kratzspur erscheint weiß.

Wachskreidensgraffito

Wachsmalkreiden sind in bis zu 24 leuchtenden Farbtönen im Handel. Die Farbe ist in Grenzen wischfest und kann durch sanftes Uberreiben mit Wolle zu lackähnlichem Glanz poliert werden. Mit Terpentin lässt sie sich aquarellartig durchscheinend verreiben. Man trägt die Farbe auf die möglichst noch warme Eierschale auf oder arbeitet zumindest beim Grandieren in Ofennähe. Um die Farbe nicht durch die Einwirkung der Handwärme zu verwischen, hält man das Ei mit einem Lappen fest. Der Witz liegt darin, mehrere Farben (dunkel auf hell) tibereinanderzumalen und mittels der Kratztechnik (siehe oben!) aus den oberen Farbschichten Muster herauszukratzen, wobei die darunter liegenden Farben wieder sichtbar werden.

Bekleben mit Stroh

Der trockene Halm ist spröde. Schon beim geringsten Versuch, ihn zu biegen, bricht er, spaltet sich oder platzt auseinander. Will man Stroh verarbeiten, muß man es zuvor geschmeidig machen. Man legt dazu den voraussichtlich benötigten Halm-vorrat in heißes Wasser und lässt ihn einige Zeit quellen. Ein bis zwei Stunden genügen. Man kann das Stroh auch kalt einweichen, aber nicht zu lange, weil es schnell zu faulen beginnt und eine hässliche Farbe annimmt. Hinterher spritzt man die Halme aus, schlitzt sie mit einem scharfen Messer der Länge nach auf und bügelt sie auf einer festen Unterlage auf Zeitungspapier mit einem für Wolle eingestellten Bügeleisen auseinander. Gute Flächigkeit erzielt man aber nur, wenn man den Halm von beiden Seiten bügelt.

Einzelne Schnittformen lassen sich mit Klebstoff auf dem zuvor dunkel gefärbten Ei zu Mustern ordnen.

Für gleichmäßige Zuschnitte empfiehlt sich zunächst die Anfertigung einer Schablone. Das Strohband wird aufgelegt und mit der Linealfläche niedergehalten. Zuschnitt mit einem scharfen Messer (Cutter). Beim Aufkleben leistet eine Pinzette gute Dienste.
Gute Werkstrohhalme gibt es das ganze Jahr über in den Bastelläden. Gut vorgeweicht, geschlitzt und mit einem heißen Bügeleisen zu breiten Bändern auseinandergebügelt, lassen sich einzelne Schnittformen mit Klebstoff auf das dunkelgefärbte Ei aufkleben.

Bekleben mit Scherenschnitten

Nichts spricht dagegen, auch feingliedrige Scherenschnitte auf das zuvor gefärbte Ei aufzukleben. Faltschnitte lassen sich vignettenartig und ornamental in Reihen aufsetzen. Die Scherenschnittschere - mit kurzer Schneide und langen Griffschenkeln - liegt ruhig in der Hand und macht nur die Auf-und Zubewegung, ohne dabei ihre Richtung zu ändern. Mit der linken Hand dreht man das Papier und lenkt so den Schnitt. Besonders dekorativ wirken Schnitte aus weißem Schreibmaschinenpapier. Man kann natürlich auch Goldpapier und andere -nicht zu dicke! - farbige Papiere verwenden.

Für einen einfachen Faltschnitt faltet man das Papier einmal zusammen und zeichnet den halben Bildentwurf entlang der Faltkante vor. Die andere Hälfte kommt beim Schneiden von selbst mit. Der Reiz solcher Schnitte liegt in ihrer Symmetrie: Linke und rechte Bildhälfte sind spiegelbildlich gleich.
Besonders eignen sich die durch ihre Symmetrie hervortretenden Faltschnitte, die aber so feingliedrig sein müssen, dass sie sich noch leicht um das runde Ei kleben lassen. Eine Scherenschnittschere ist für solche Arbeiten unabdingbar.

Faden- und Bandapplikationen

Aus jungen Binsenhalmen, die man überall dort finden kann, wo es feucht und sumpfig ist, lässt sich im Frühling das langfädige, lufthaltige, biegsame weiße Binsenmark herausschälen, mit dem seit alters in verschiedenen Gegenden die Ostereier beklebt werden. Es sind umlaufende Kreislinien und enge Mäanderwindungen, auch in Verbindung mit farbiger Wolle, möglich. Will man das Ei nur mit farbigen Wollfäden umwinden, so beginnt man praktischerweise in der Mitte, wo das Ei den größten Umfang hat.

In Textilgeschäften bekommt man goldene und silberne Brokatlitzen, die gleichfalls für eine - sparsame! - Montage auf der zuvor gefärbten Schale taugen.
Und wenn wir schon bei dieser Art von festlicher Geschenkbereitung sind, dann suchen wir auch noch nach einer dem »kostbaren« Inhalt angemessenen Verpackung!

Schale mit gebohrtem Lochmuster

Voraussetzung ist das Vorhandensein einer kleinen Tischbohrmaschine mit spielfrei gelagerter Bohrspindel und hoher Umlaufgenauigkeit. »Platinenbohrer« sind im dazugehörigen Bohrständer nur bedingt verwendbar.

Die empfindliche Schale wird über einer weichen Schaumstoffunterlage so auf den Bohrtisch aufgelegt, dass die Bohrerspitze - HSS-Spiralbohrer, Durchmesser 2,5 mm -senkrecht auftrifft. Schale mit der Hand festhalten und ohne starken Vorschub bohren! Die gleichmäßige Lochverteilung im Kreis und auf der Schalenfläche muss schablonenmäßig vorbereitet werden. Praktisch sind farbige Klebepunkte - siehe die Abbildungen! - die man hinterher wieder abzieht. Die Eihaut, die mit ihren Rissrändern im Schaleninneren den Durchblick durch die Bohrungen zunächst noch verhindert, kann nach einigen Tagen Trockenzeit mit dem Bohrer herausgeschnitten werden. Dabei wird der Bohrer vorsichtig in jedes einzelne Loch eingeführt und zwischen den Fingern gedreht.

 




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