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Der erste Ausritt


Sie haben die ersten Reitstunden überstanden, Sie sind oben geblieben - oder auch einmal nicht. Sie haben gelernt, wie man anreitet. Ihre Hilfen: Kreuz, Schenkel, nachgebende Zügelfaust und - aber das brauchen Sie sich nicht einzugestehen - die Stimme des Reitlehrers brachten das Pferd dazu, sich vorwärts zu bewegen. Da Sie den Unterschied noch nicht fühlen können zwischen einem »gerittenen« Pferd und einem Pferd, das die Hufe nicht vom Boden hebt, sind Sie schon recht zufrieden. Der Trab wird auch immer besser, erst klatschten Sie mal rechts, mal links in den Sattel, das letzte Mal bekamen Sie schon fast kein Seitenstechen mehr! Sie haben das Stadium der ersten Euphorie erreicht, Sie zählen sich schon ganz entschieden zu den »aktiven« Reitern. Ein paar Reiter kommen mit strahlenden Gesichtern und lässig entspannten Pferden von einem Ausritt heim, die Pferde machen sich am hingegebenen Zügel wohlig lang.

»Reiten wir heute auch aus?« fragen Sie Ihren Reitlehrer und halten das für eine rein rhetorische Frage. Sie sind sehr erstaunt, dass er ganz entschieden abwinkt: »Da fehlt noch einiges!«

Nun, wann sind Sie »reif« für einen Ausritt? Dieses »reif« ist ein dehnbarer Begriff, es hängt von der Risikofreudigkeit des Reitlehrers ab -bzw. von seinem Verantwortungsgefühl - ebenso wie von den zur Verfügung stehenden Pferden und davon, wann sich der Reitlehrer für seine Anfänger Zeit nehmen kann, denn er wird sie nicht gleich in einer großen Gruppe mitnehmen.

Es gibt Pferde, auf die man auch absolute Laien setzen kann. Sie werden ihrem Herrn - der auf einem vertrauten Pferd vorausreitet - jeden Anfänger geduldig nachtragen. Da folgt das Herdentier seinem Leittier und transportiert den Reiter so sorgfältig, wie es jede Last tragen würde; es kümmert sich nicht sonderlich um ihn! Zugegeben, für den Anfänger ist es ein großartiges Erlebnis, nur dabeizusein, getragen zu werden - und vielleicht ist so schon mancher zum begeisterten Reiter geworden, aber eine gewisse Schulung ist eigentlich Voraussetzung für das Reiten im Gelände.

Bild 2. Trittbrettfahren

Etwas Vertrautsein im Umgang mit dem Pferd sollte erreicht sein, Sie sollten vielleicht schon aufzäumen und satteln, zumindest aber ein Pferd führen können (siehe hier).

Die erste Balance müssen Sie erreicht haben. Anreiten, antraben, angaloppieren sollte selbständig klappen, d. h. auf die Hilfen des Reiters und nicht auf die Stimmkommandos des Reitlehrers. Paraden vom Galopp zum Trab, vom Trab zum Schritt, vom Schritt zum Halt, aber auch aus dem vollen Galopp zum Halt müssten sicher ausgeführt werden können. (Das Wie ist Thema zahlreicher anderer Bücher.) Wann dieser Punkt erreicht ist, sagt Ihnen Ihr Reitlehrer vielleicht zu einem völlig unerwarteten Zeitpunkt, vielleicht, wenn Sie gerade bezweifeln, das Reiten je erlernen zu können, aber er hat wohl den Eindruck, die Balance komme jetzt wirklich!

Er sucht Ihnen das Pferd aus, mit dem Sie mit Ihren Fähigkeiten schon zurechtkommen! Er wird Ihnen keinen Stürmer geben, der alle überholt und das große Rennen kriegt, dafür reichen Ihre Paraden noch nicht aus. Er gibt Ihnen auch kein schreckhaftes Pferd, das bei jeder Gelegenheit zitternd drei Schritte neben dem Weg steht. Sie brauchen Ihre Aufmerksamkeit noch ganz für den Weg, der sich nach der gleichmäßigen Lohe in der Bahn so ungemein verschieden anfühlt: hart oder weich, griffig oder rutschig, aufwärts oder abwärts. Unter Umständen gibt er Ihnen sogar einen Kleber - ein Pferd, das sich nicht von den anderen Pferden wegreiten lässt, das »klebt« nehmen Sie es dankbar an, es geht bestimmt nicht mit Ihnen allein durch, erst später, wenn Sie selbständige Aufgaben lösen sollen: voraus- oder abseitsreiten, ist Kleben eine sehr unangenehme Eigenschaft.

Der ersehnte Moment ist da, Sie sind zum ersten Ausritt aufgesessen. Der aufmerksame Reitlehrer wird nicht losreiten, ohne deutlich zu fragen: »Sind alle fertig?« Es kam schon mancher in Bedrängnis, wenn er beim großen Aufbruch noch nicht startklar war. Ein Pferd braucht schon sehr viel Charakter, um stehenzubleiben, wenn die anderen losziehen; das ist von einem Herdentier zu viel verlangt, es will mit. Wenn Sie erst mit einem Fuß im Bügel stehen, lässt es Sie eben Trittbrett fahren!

Sie sind fertig, die Bügellänge stimmt, Sie haben Gerte, Handschuhe und Zügel sortiert, und es geht los.

Die ersten zehn Minuten wird Schritt am langen Zügel geritten, um zu entspannen, die Pferde zu lösen. Wenn das Pferd am »langen Zügel« geht, ist die Verbindung zum Pferdemaul zwar vorhanden, aber lose, das Pferd soll den Zügel in der Tiefe suchen, so kann es sich langmachen, und die Stallsteifheit weicht aus den Gliedern. Man reitet am besten etwa zwei Pferdelängen hinter dem Vordermann, egal ob man einzeln hintereinander oder zu zweien nebeneinander reitet. Am besten suchen Sie sich einen guten Reiter auf einem ruhigen Pferd als Vordermann, denn selbst ruhige Pferde lassen sich anstecken, wenn das Pferd unmittelbar vor Ihnen einen Hupfer macht! Hinter dem guten Vordermann wird Ihr Pferd auch alle Wechsel der Gangarten mitmachen, selbst wenn Ihre Aufmerksamkeit noch voll mit der Balance und dem Betrachten der Umgebung aus der neuen Perspektive in Anspruch genommen ist und Sie die Tempizeichen (siehe Seite 19) des Anführers übersehen haben!

Sie sind glücklich dabeizusein und sind noch für nichts anderes verantwortlich als für Ihr eigenes Obenbleiben!



      

 




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