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Erste Hilfe für Ross und Reiter


Erste Hilfe kann immer notwendig werden, wenn man sich ins Gelände begibt; zweifellos lassen sich hier nicht alle Situationen beschreiben. Am wichtigsten scheinen mir Dinge, die man vorbeugend tun kann, um möglichst Fehler, die zu Erkrankungen und Verletzungen führen können, zu vermeiden. Häufige Fehler kommen von falscher Fütterung, falschem Zäumen und Satteln.

Um bei eventuellen Verletzungen die Gefahr des Wundstarrkrampfes auszuschalten, empfiehlt sich - übrigens für Ross und Reiter - eine vorbeugende Wundstarrkrampfbehandlung, da sonst bei jeder Verletzung, die mit Erde verschmutzt wird, ein Wundstarrkrampf entstehen kann. Außerdem sind bei einer vorbeugenden Tetanusspritze alle Bagatellverletzungen mit geschützt; das ist wichtig, denn die Hauptgefahr bei Wundstarrkrampf sind unerkannte kleine Verletzungen.

Bei großen Verletzungen durch Gewalt von außen, die stark bluten, muss dem Herzen zu abgebunden werden. Das Glied darf jedoch höchstens eine Stunde abgebunden bleiben. Man sollte das Pferd beruhigen, abdecken und möglichst nicht bewegen, sodann sachkundige Hilfe holen. Besonders bei Verletzungen am Kopf - Augen, Nüstern, Lippen und anderen Weichteilen - sind Pferde sehr irritiert, deshalb sollte man sie auf keinen Fall reiten, sonst könnten durch ihre Unruhe neue Unfälle passieren.

Für kleinere, nicht stark blutende Verletzungen ist ein Wundpuder gut. Ein in Alkohol gelöster Farbstoff, zum Beispiel das blaue Pyoktanin, reicht vorerst zur Keimtötung aus; es ist besser als zum Beispiel Jod, das brennt und die Wundoberfläche angreift. Bei jeder Lahmheit muss man absteigen und das Bein von unten bis oben untersuchen, wenn die Verletzung nicht offensichtlich ist. Man muss den Huf mit der Wurzelbürste (beim Wandern in der Satteltasche) abputzen und, wenn Wasser da ist, waschen, um eventuell so die Ursache zu finden.

Wenn an den Innenseiten der Fesselgelenke offene Stellen sind, so »streicht« das Pferd beim Gehen an dieser Stelle mit dem Huf. Wundbehandlung und - wenn Reiten mit mehr Versammlung nicht zu besserem Auftreten führt — Anlegen von Binden oder Streichkappen. Man muss die Eisen auf scharfe Stellen, hervorstehende Nägel usw. überprüfen und glätten. Ein guter Hufschmied wird beim Beschlagen darauf Rücksicht nehmen und die Eisen etwas einziehen.

Jedes Lahmgehen, das durch das Eindringen scharfer Gegenstände in das »Leben«, die Huflederhaut, des Hufes von unten her verursacht wird, bezeichnet man als » Nageltritt«. Das beginnt mit dem Vernageln beim Hufbeschlag, wenn ein Nagel nicht richtig sitzt und das Pferd lahm geht. Daher der Rat, dass der Hufbeschlag vor der Reise acht Tage alt sein sollte. Auch andere spitzige Gegenstände, Glassplitter, Nägel, Draht, spitze Steine, können in die Hufsohle eingedrungen sein und Eiterherde verursachen. Diese müssen trichterförmig ausgeschnitten und mit Jod ausgepinselt werden, damit eine weitere Ausbreitung der Infektion verhindert wird. Man verstopft das Loch ganz fest mit Watte, Werg oder einem Tempotaschentuch und verschließt mit einem Splintverband. Oft genügt die Hilfe eines guten Schmiedes. Klingt die Lahmheit nicht innerhalb von zwei Tagen ab oder wird sie gar schlimmer, müssen wir einen Tierarzt bitten nachzusehen. (Vernagelung fällt unter die Haftpflicht des Schmiedes, deshalb sollte man möglichst zum selben Schmied gehen und reklamieren.)

Wenn bei Lahmheiten starke Wärme auftritt, deutet das auf eine Entzündung hin, zum Beispiel durch Verstauchungen der Gelenke oder Zerrungen der Sehnen. Die empfindlichen Sehnen liegen hauptsächlich an den Rückseiten der Röhrbeine vom Vorderfußwurzelgelenk bzw. Sprunggelenk abwärts.

Um die heißen Stellen zu kühlen, macht man kalte Umschläge mit Wasser, Essigwasser oder - am wirksamsten - mit essigsaurer Tonerde. Wenn man ein Trossauto dabei hat, kann man eine Acetatmischung (nicht unter einem Kilo) mitführen. Bei Bedarf rührt man Breiumschlagpaste an und trägt sie auf. Das hat den Vorteil, dass man keinen Verband anzulegen braucht. Manchmal hilft auch eine Packung mit Töpferlehm.

Satteldruck ist etwas, was sich oft vermeiden lässt! Er ist für das Pferd sehr schmerzhaft, denn gerade neben dem Widerrist befinden sich besonders empfindliche Stellen mit vielen Nerven. Die Sattelunterseite muss immer wieder sorgfältig überprüft werden. Der Sattel muss gut verpasst sein, und die Kammer muss auch mit dem Reitergewicht noch so groß sein, dass zwei Finger unter die in die Kammer eingezogene Satteldecke passen. Satteln Sie stets mit größter Sorgfalt und achten Sie darauf, dass das Fell richtig unter dem Sattel liegt; dass Woilach oder Filzdecke ganz glatt liegen müssen, ist wohl selbstverständlich. Besonders auf Reisen muss man beim Nachsatteln nach einer Viertelstunde die Gurte ganz aufmachen und die Lage von Sattel und Decke kontrollieren. Abends wäscht man als Vorbeugung die Sattellage mit Schwamm und kaltem Wasser aus.

Sehr wichtig ist es, dass man den beginnenden Satteldruck möglichst frühzeitig erkennt. Eine leichte, schmerzhafte Schwellung ist der Anfang. Sie kann am Widerrist, in der gesamten Sattellage, aber auch unter dem Gurt entstehen. Kaltes Wasser hilft schon viel! Bei offenen Stellen ist Wundbehandlung erforderlich. Besteht der Druck noch am anderen Morgen, so muss die Polsterung darauf eingerichtet werden. Eine dickere Decke unter dem Filz oder das Ausschneiden der Filzdecke müssen die empfindlichen Stellen entlasten. Sättel auszutauschen ist nur dann zu erwägen, wenn sich herausstellt, dass ein Sattel nicht passt oder etwa durch Abmagerung des Pferdes eine Kammer nicht mehr genug Luft hat. Wenn man ein Pferd nicht stehen lassen kann, muss eine dicke Unterlage entsprechend ausgeschnitten werden.

Bild 18. Kolik!

Sehr gefährlich ist der Satteldruck oben auf dem Widerrist, weil einer durch Druck entstandenen, oberflächlichen Entzündung leicht eine Widerristfistel (tiefe, eitrige Entzündung der Gewebe am Widerrist) folgen kann, deren Heilung sehr lange dauert, weil der Eiter nicht abfließen kann, sondern leicht ins Gewebe einsickert. Auch Koliken entstehen nicht selten durch vermeidbare Fehler. Die Kolikanfälligkeit der einzelnen Pferde ist sehr verschieden. Kolik ist meistens eine Verstimmung der Verdauungsorgane, die die verschiedensten Ursachen haben kann. Hier seien nur zwei genannt, die Sie leicht vermeiden können:

1. Wenn das Pferd zuviel und unkontrolliert gefressen hat, kommt es zur Verstopfung des Dickdarms oder einer Überladung des Magens.

2. Zuviel gärfähiges Futter im Dickdarm führt zu abnormer Gärung (zum Beispiel grüner, nasser Klee, schimmeliges Heu oder wenn das Pferd direkt auf eine zu große Hafermenge Wasser säuft).

Auch die sogenannten »unechten« Koliken können für das Pferd sehr unangenehm sein. Dazu gehört der Kreuzverschlag, auch Feiertagskrankheit genannt, der durch sehr starke Fütterung an Ruhetagen entsteht. Das Steppentier Pferd ist auf zu konzentriertes Futter bei zu wenig Bewegung nicht eingerichtet. Die Ahnen unserer Pferde mussten viel laufen, bis sie ihren Hunger mit Steppengras gestillt hatten. Viele Koliken setzen ganz plötzlich ein, wie ein Gewitter! Das Pferd schwitzt und ist außergewöhnlich unruhig. Der Tierarzt muss unter allen Umständen sofort benachrichtigt werden. Bis zu seinem Eintreffen legt man dem Pferd eine Decke über und führt es, damit es sich nicht zu Boden wirft und wälzt. Oft besteht akute Lebensgefahr. Satteldruck und Kolik sind Leiden, die den Reiter weniger betreffen. Ist ein Sturz passiert und der Reiter auch nach einer Ruhepause nicht in der Lage, im Schritt heimzureiten, so muss sachkundige Hilfe geholt werden. Bis dahin soll der Patient so bequem wie möglich und warm zugedeckt ruhen (Woilach seines Pferdes). Bei Verletzungen gilt das gleiche wie beim Pferd: stark blutende Wunden dem Herzen zu abbinden, kleine Wunden mit Notverband versehen. Tetanusgeimpft sind ja der Reiter und das Pferd!

Die häufigsten Verletzungen des Wanderreiters sind blaue Flecken, die er sich beim Stalldienst holt. Tritt- und Bissverletzungen, dazu muss ein Pferd gar nicht böse sein, Sie hatten eben Ihren Fuß da, wo es gerade hinstehen wollte. Achten Sie stets auf die warnenden Pferdeohren, besonders auf der Weide. Die angelegten Ohren können einem anderen Pferd gelten, schauen Sie, dass Sie nicht dazwischen stehen, wenn Pferde Meinungsverschiedenheiten haben!




Reiseapotheke


Für das Pferd:  
Jodtinktur  
Pyoktanin

(blaue Flüssigkeit zur Desinfektion von Wunden)

Penicillinpuder

 

Acetatbrei

 

Hufzange

 

Hufmesser

(in einem stabilen Lederetui, sie bohren sich sonst durch die Satteltasche)

Hufnägel

 

   
Für Reiter und Pferd:

 

Essigsaure Tonerde

 

Insektenschutzmittel

(Flüssigkeit zum Auftragen, möglichst kein Spray; das Geräusch macht die Pferde scheu) 

Verbandwatte

(mindestens 30 cm breit)

 Mullbinden

 

Elastische Binden aus Wolle zum Stützen

(10 bis 12 cm breit)

Leukoplast

 

Schere und Pinzette

 

   
Für den Reiter:

 

Mobilat

 

Spolera

Mittel gegen Prellungen und Blutergüsse je nach Stärke des Schadens

Hirudoid

 

Wundpuder

 

Schmerztabletten

 

Penatencreme

(sehr wichtig! Was einem Babypo guttut, hilft auch einem ausgewachsenen, noch nicht durchgegerbten)









Dicke Beine


Dies war eine Leseprobe aus dem Buch: »Patient Pferd« von Dr. med. vet. M. Pick

Manchmal erlebt man in meinem Beruf Dinge, die so unwahrscheinlich klingen, dass man kaum wagt, sie zu erzählen.

Herr Bernhart fragt mich, als ich in seinem Stall einige Pferde entwurme, um Rat: Sein Pferd hat seit einigen Monaten nach längerem Stehen immer wieder hinten dicke Beine. Ein Tierheilpraktiker hatte ihm geraten, die Haferration zu kürzen, da die Ursache dieser Schwellungen in einer Eiweißüberfütterung zu suchen sei. Diesen Rat hat Herr Bernhart gewissenhaft befolgt und den Hafer fast ganz vom Futterplan gestrichen. Der Erfolg dieser »Behandlung« steht nun vor mir: Ein völlig abgemagertes Pferd, an dem nur eines dick ist, nämlich die Hinterbeine. Das arme Pferd ist das Opfer einer verschwommenen Vorstellung über den Eiweißstoffwechsel der Einhufer, die noch im Gehirn vieler »Experten« spukt. Die Pferdeleber kann jedoch, genau wie die Leber anderer Säugetiere, die vom Darm aus aufgenommenen Aminosäuren verarbeiten und bei Überangebot als Glucose speichern. Schlecht hingegen verträgt das Pferd einen plötzlichen Futterwechsel, zum Beispiel im Frühjahr ein übermäßiges Angebot an Grünfutter und die daraus resultierenden Erkrankungen; Ödeme an den Extremitäten oder Hufrehe werden dann fälschlich als Eiweißvergiftung bezeichnet.

Herr Bernhart erhält den Rat, dem Pferd wieder normale Mengen an Hafer zu füttern, regelmäßig zu arbeiten und sich mit den Ödemen abzufinden, die in diesem Fall als Verschleißerscheinungen der Gelenke zu werten sind.


      

 




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