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Zum ersten Mal allein mit dem Pferd im Gelände


Der Start zum ersten Alleinritt ist eine Prüfung für alles bisher Gelernte, denn »reiten« kann man erst dann, wenn man es alleine kann! Angenommen, Sie reiten ein Pferd, das Sie schon oft in der Abteilung geritten haben. Sie hatten keine Schwierigkeiten mehr, die Verständigung klappte fast immer. Jetzt wollen Sie mit der gewohnten Stärke der Hilfen anreiten, aber es geschieht nichts, das Pferd macht allenfalls drei müde Schritte. Bisher genügte ein leichtes Einsitzen in den Sattel, nachgeben der Zügelfaust, und das Pferd hatte die Bestätigung, dass es mitgehen sollte, wenn das Führungspferd startete.

Jetzt gibt es aber kein Nachtrotteln mehr - selbst bei bester Haltung von Ross und Reiter war es oft ein »Nachtrotteln«, denn die entscheidende Vorwärtsenergie kam vom Vordermann. Sie konnten es sich leisten, auf Haltung zu reiten, das »Vorwärts« war ja da. Jetzt müssen Sie unter Umständen sehr weit von den erstrebten unsichtbaren Hilfen abweichen, bis der »sture Bock« vorwärts geht. Er spürt nur Ihre Unsicherheit und zieht es vor, bei seinen Stallgenossen zu bleiben. Veranlassen Sie das Pferd energisch, sich in Gang zu setzen. Wenn es Ihre unumstößliche Absicht erkennt, wird es im allgemeinen einsehen, dass es vom Stall weg soll. Benützen Sie die Gerte, denn immer ist es nur der Bruchteil einer Sekunde, der entscheidet, ob Sie sich durchsetzen und das Pferd gehorcht - oder nicht. Oft genug sind die ersten hundert Meter weg vom Stall die härteste Energieprobe, dann geht es meist viel besser.

Wenn Sie gar nicht wegkommen, gibt es noch eine zwar etwas blamable, aber meist erfolgreiche Methode; Sie lassen sich vom Stall wegführen. Richtig geführt geht das Pferd meist erstaunlich brav mit. Nur versuchen Sie nicht, das Pferd selbst wegzuführen und dann in sicherer Entfernung aufzusitzen, dieses Experiment birgt eine weit größere Blamage in sich: Das Pferd lässt Sie nämlich nicht mehr aufsitzen. Diese Startschwierigkeiten entfallen, wenn Sie zu zweit reiten, selbst dann, wenn der andere Reiter noch viel unsicherer ist als Sie, denn zwei Pferde sind sich gegenseitig genug, das Kleben am Stall kommt dann selten vor.

Sie sind also nun weg vom Stall, haben die zehn Minuten Schritt genutzt, um so richtig das Alleinsein mit dem Pferd zu genießen. Vielleicht spürten Sie auch das Fehlen der »Herde«, denn selbst das Geradeausreiten ist allein nicht selbstverständlich! Wenn Sie mit Treiben nachlassen, nimmt Ihr Kamerad vielleicht sogar die Chance wahr, stehenzubleiben und schnell die Nase in ein saftiges Rübenfeld zu stecken, um sich ein Maul voll dunkelgrüner Blätter zu schnappen. Lassen Sie sich darauf nicht ein, das kann zur Kraftprobe ausarten, und das Pferd ist stärker, für Rübenblätter ist es zu einiger Willensanstrengung bereit. Später, mit einem vertrauten Wanderpferd, mit dem sich in vielen Tagen intensiven Beisammenseins eine Art Willensangleichung gebildet hat, ist so etwas kein Problem mehr. Sie halten zum Beispiel an, um die Karte zu studieren, das Pferd frisst so lange, Sie falten die Karte zusammen, und Ihr Blick und damit Ihr Wille weisen in die neu gefundene Richtung. Nehmen Sie die Zügel genau dann auf, wenn es das Maul voll hat. Ihr Pferd wird die Ohren spitzen, Sie treiben ein wenig, und schon tritt es an, den letzten Bissen kauend.

Noch haben Sie diese Harmonie nicht, also gilt beim kurzen Ausritt: nicht fressen lassen, es hat im Stall noch Zeit genug dazu. Das grün verschäumte Maul ist sowieso nicht gerade schön, und die Trense müssen Sie auch wieder sauberkriegen.

Bild 7. Wanderreiter beim Kartenstudium

Ein Feldweg lädt Sie zum Traben ein. Sie sind überrascht, wie schnell und sauber Ihr Pferdchen antrabt. Dann stand hinter Ihren Hilfen -nach der etwas trüben Erfahrung beim Start - schon ein ganz anderer Wille, das zu erreichen, was Sie wollten. Dem Pferd war das klar, und nun trabt es munter und schnaubt vergnügt. Die Mähne tanzt, und Sie finden den strahlenden Sonntagmorgen noch mal so schön. Eine Lerche schraubt sich jubelnd in die Höhe, und auch Sie möchten jubeln; zum ersten Mal spüren Sie dieses grenzenlose Gefühl, frei zu sein. Sie strecken sich im Sattel und erleben einen Augenblick wunschlosen Glückes! Sie allein mit diesem leichtfüßigen Tier! Alle Mühen der Anfängerstunden in der Bahn sind tausendfach aufgewogen!

Doch kein Feldweg führt endlos weiter und wunschlos glückliche Momente erst recht nicht. Es kommt eine Kreuzung und mit einem kühnen Haken biegt Ihr Ross nach rechts, ziemlich jäh! Sie sind oben geblieben und haben sogar eine Parade geschafft, ein Reiter mit ernüchtertem Gesicht sitzt auf einem verdutzten Pferd. Was war denn das? Nun, das war der Weg, der zum Stall führt, den kennt das Pferd, und den wollte es gerade gehen. Schon wieder eine Machtprobe! Sie hatten nicht vor, diesen Weg zu nehmen, also müssen Sie jetzt in eine andere Richtung reiten. Wenn das Pferd sich nicht gleich darauf einlässt, müssen Sie alle Ihre Möglichkeiten, sich durchzusetzen, anwenden, im Zweifelsfall reiten Sie rückwärtsgerichtet weg, nur geben Sie nicht nach! Das merkt sich das Pferd mit seinem guten Gedächtnis!

Dieses gute Gedächtnis hat auch viel für sich. Sie können auf der Strecke weg vom Stall getrost eine gute halbe Stunde jeden Weg reiten, der Ihnen gefällt. Wenn Sie meinen, es sei Zeit heimzureiten, gehen Sie an Abzweigungen und Kreuzungen auf den Willen des Pferdes ein, es kennt den Heimweg! Mussten Sie weg vom Stall energisch treiben, so neigt das Pferd jetzt dazu, von selbst zu beschleunigen. Vorsicht, bestimmen Sie das Tempo! Lassen Sie das Pferd nicht laufen, Sie sollen es trocken heimbringen und nicht nass gehetzt. Außerdem kann Heimraserei — besonders bei größeren Gruppen — äußerst gefährlich werden: Panik, unkontrollierbare Straßenüberquerungen, Äste im Gesicht des Reiters, zu schnell genommene Kurven, Stürze.

Je mehr Ihr Pferd heimeilt, um so früher beginnen Sie mit der Schrittphase. Nützen Sie die Gelegenheit zu einem raumgreifenden, schwungvollen Schritt am langen Zügel. So kommen Sie mit gelöstem, trockenem Pferd und selbst höchst zufrieden vom ersten Alleinritt heim.


      

 




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