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Freundschaften und Feindschaften


Bei Reitertreffen oder auf Pferdemärkten stehen viele Pferde, die sich nicht kennen, friedlich nebeneinander, Bügel an Bügel. Was soll daran bemerkenswert sein?

Bild 25. Halten Sie sich heraus, wenn Pferde streiten


Nun, dass Pferde geduldig nebeneinander stehen, ist nicht selbstverständlich; sie tun es bei obigen Anlässen, weil das Situationen sind, bei denen sie erstens nicht ihr eigener Herr sind, sondern in Gehorsam unter dem Willen des Reiters, zweitens weil sie sich auf »neutralem Boden« befinden.

Das Pferd ist ein Herdentier, und bekanntlich sind in einer Herde nicht alle Tiere gleichwertig, sondern es besteht eine Rangordnung. Diese wird, wenn die Tiere Platz und Selbständigkeit genug haben, einmal ausgefochten. Später genügen Andeutungen von Drohungen. In Ställen mit Ständern und Einzelboxen fehlt Platz und Selbständigkeit, also kann auch außer bösen Blicken und Drohmienen nichts geschehen. Im Laufstall ist zwar die Bewegungsfreiheit da, aber nicht der Platz. Das ist am gefährlichsten, denn der Schwächere kann arg in Bedrängnis geraten, weil er nicht weit genug ausweichen kann. Hier kann man nur Tiere zusammen unterbringen, von denen man sicher weiß, dass sie sich vertragen. Auf der Weide, wenn sie groß genug ist, klappt das Zusammenleben meist unbedenklich. Da Händeleien nur um den Platz in der Hierarchie gehen (Hengstkämpfe sind etwas anderes), sind von der Natur keine ernsten Schäden vorgesehen, so gefährlich Raufereien auf der Weide auch aussehen mögen, wenn die Pferde ohne Eisen sind, denn Eisen sind von der Natur auch nicht vorgesehen, und wenn es sich nur um Bestätigungen der Ordnung oder kleine Rangverschiebungen unter Tieren handelt, die sich kennen. Wenn ein ganz neues Pferd dazukommt, kann es sein, dass gar nichts passiert und nach kurzem Beriechen friedlich weiter geweidet wird. Aber es ist wohl möglich, dass Tiere aufeinandertreffen, die sich ernsthaft Konkurrenz machen. Der »Herr« der Weide wird, da er oder sie im Recht ist, den Eindringling heftig angreifen, einen solchen Kampf sollte man auf gar keinen Fall mit eisenbeschlagenen Pferden riskieren. Aus Unachtsamkeit kann so etwas durchaus vorkommen: Reiter treffen sich, der Gast will sein Pferd in der Weide mitgrasen lassen, und schon kann es ernst werden!

Es ist am einfachsten, man bringt Pferde, die sich noch nicht kennen, unter dem Reiter an einem neutralen Ort zusammen, sie haben dann die gleiche Ausgangsposition. In den allermeisten Fällen vertragen sie sich dann gut, auch wenn sie nach dem Ritt zusammen auf eine Weide kommen. Es kommen aber auch richtige Feindschaften vor: Luchs und Moritz, zwei Wallache, kannten sich vor der Reise nicht und beschlossen, sich zu bekämpfen. Man musste stets aufpassen, dass sich die Burschen nicht zu nahe kamen. Moritz hatte sich nachts in einem fremden Stall losgerissen und Luchs an der Hinterhand geschlagen, Luchs revanchierte sich nach zehn Tagen: Mitten im Sprung über einen Graben gelang es ihm, nach hinten auszukeilen und Moritz vor die Brust zu treffen, dann war ihm wohler. Spätestens nach so einem Schlagabtausch werden die Reiter solcher »Feinde« tunlichst Abstand voneinander halten.



Ebenso gibt es Pferdefreundschaften: Pferde, die im Stall, auf der Weide oder gar im Gespann zusammen sind, laufen auf die Dauer am zuverlässigsten und willigsten, wenn sie beieinander sind. Unterm Reiter sind die Rangordnungen zwar stark verdrängt, aber doch zu berücksichtigen.

Pferde können, je nachdem, wie sie aufgewachsen bzw. veranlagt sind, Einzelgänger sein, selbständig und als Vorauspferde geeignet, selbst wenn sie in der Weideherde rangnieder sind. Andere sind so stark an ihre Herde gebunden, dass sie unfähig sind vorauszugehen. Man kann sie nur mit reiterlichem Können und genügend Abstand nach vorne bringen.

Dieser Abstand ist eine bemerkenswerte Sache. Es gibt eine Art Magnetwirkung innerhalb einer Herde, die sich bis zum richtigen »Kleben« steigert. Will man nun einen Kleber, ein Pferd, das nicht in der Lage ist, von den anderen wegzugehen, einzeln oder gar vorausreiten, so sind die ersten drei bis zehn Meter am schwersten zu überwinden; hat man die Entfernung mit List und Strenge erreicht (liebevolles Zureden hilft da meist gar nichts, es handelt sich ja nicht um eine gewollte Bosheit, sondern um Unfähigkeit, um einen Zwang, der nur durch den stärkeren Zwang des Reiters überwunden werden kann), so geht das Pferd wieder ganz normal. Schrumpft der Abstand unter eine bestimmte Distanz, zum Beispiel holen die anderen von hinten wieder auf oder kommen aus einem Seitenweg (siehe Seite 98) zu nah, wird das Pferd magnetisch wieder zu den anderen gezogen. Es erfordert sehr viel Geduld, aus einem Kleber ein selbstsicheres Pferd zu machen. Beim Anbinden im Quartier sind diese Sympathien und Antipathien unbedingt zu beachten. Pferde, die von den anderen akzeptiert werden, stellt man als Puffer in die Mitte, Feinde so weit wie möglich auseinander, Freunde zusammen, neue Pferde mit Sicherheitsabstand extra usw. Wenn Sie durch gute Beobachtung die richtige Kombination erkannt haben, können Sie sich im Quartier dem wohlverdienten Tiefschlaf hingeben, der einem Tag mit viel Bewegung an der frischen Luft folgt.


      

 




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