Hauptseite | Registrieren | Login | RSSFreitag, 18.08.2017, 03:55

Basteln & Spaß



Menü
Tiere kaufen, verkaufen & verschenken
Anzeige hinzufügen
Anzeige zu sehen
Anzeige
Kategorie
Holz [0]
Keramik [1]
Leder [0]
Naturmaterial [3]
Origami [1]
Papier, Pappe [11]
Stroh [1]
Textilmaterial [1]
Wolle [2]
Feiertage/Party [1]
Geburtstage [0]
Halloween [0]
Ostern [2]
Weihnachten [1]
andere [0]
Rätsel [0]
 

Gangart und Tempo


Gangart und Tempo ergeben sich aus Pferdeenergie, Gelände und Dauer des Rittes. Der Sonntagmorgen- oder Feierabendausritt und auch der Wanderritt sind kein Sport, so wenig wie Spazierengehen oder Wandern. Weder ist der Ausritt ein »Geländeritt« auf Zeit und Fehler, noch ist das Wanderreiten gleichzusetzen mit Distanzreiten — dieser sicher sehr schönen Sportart, die sich auch bei uns immer mehr durchsetzt.

Ebenso wie beim Wandern jemand mit guter Kondition freier ausschreitet und auch am Abend noch munter ist und nicht mit Wasserblasen an den Füßen dem Ziel zuwankt wie der Überfütterte, Bewegungsträge, ist ein durchtrainiertes Pferd und sein elastischer Reiter am letzten Tag eines Zweiwochenrittes so fit wie am ersten — ja, sogar besser in Kondition!



Selbstverständlich sind erprobte Sporttrainingsmethoden auch zum Aufbau der Kondition beim Wandern sehr nützlich. Wenn Sie sich und Ihr Pferd auf einen sportlichen Distanzritt vorbereiten wollen, kann ich nur das genaue Studium der zahlreichen diesbezüglichen Artikel in der Zeitschrift »Freizeit im Sattel« empfehlen, es ist eine Wissenschaft für sich.

Hier nur einige Tipps für den Normalreiter auf einem Normalpferdbeide ohne Ehrgeiz:

»Eine Kette ist so stark, wie ihr schwächstes Glied!« Diese Binsenweisheit muss auch beim Ausreiten berücksichtigt werden. Man muss Tempo und Schwierigkeiten dem Können aller Reiter und Pferde anpassen, also dem jeweils schwächsten. Sind Anfänger oder junge, unfertige Pferde dabei, bleibt man langsamer, pariert — angezeigt - vor scharfen Kurven zur nächstniederen Gangart durch, lässt allzu steile Böschungen aus, erzwingt keine Wasserdurchquerungen, verzichtet auf Galopp, wenn Schwierigkeiten auftreten können, kurz, man reitet ohne Risiko.



Treffen sich ein paar Reiter von der Jagd am letzten Sonntag wieder, ist erlaubt, was die Umgebung gestattet (siehe hier und hier). Wenn der Trainingszustand von Ross und Reiter zur Jagd gut war - und die reiterliche Fairness gegen Pferd und Umgebung kann so ein Ausritt von ein bis zwei Stunden schon mal scharf durchgeritten werden. Die Schrittphase an Anfang und Ende der Strecke muss auch hier unbedingt eingehalten werden, die Pferde sollen trocken heimkommen, d. h. auch gelöst, entspannt, ruhig. Im allgemeinen reitet man:

Schritt: auf jedem Boden, jeder Steigung aufwärts oder abwärts. Schritt unbedingt: auf regennassen Böden, über frisch gestürzte Äcker, wenn man sie nicht umgehen kann, über Brücken und Stege aller Art — wegen der Tragsicherheit und wegen des irritierenden, plötzlich anderen Geräusches -, auf befahrenen Straßen.

Trab: auf ebener Strecke, eventuell auch leicht aufwärts oder abwärts, auf weichem oder auch festerem Grund, zum Beispiel steinigen, nicht asphaltierten Feldwegen, vorzugsweise deren grünem Mittelstreifen. Nicht auf hartem Grund! Pferde vor der Kutsche traben doch auch auf Asphalt und Pflaster? Ja, aber eben ohne Reitergewicht, das Gewicht stößt auf die Gelenke.

Galopp: grundsätzlich nur auf weichem Boden! Graswege, Waldschneisen, abgemähte, trockene Wiesen, abgeerntete, trockene Äcker. Man kann ziemlich steil hinaufgaloppieren (bei zwei bis sechs Sprüngen sogar richtige Böschungen). Bei Abwärtsgalopp, auch bei geringer Neigung größte Vorsicht, nur mit durchgymnastizierten Pferden ohne Risiko möglich. Behalten Sie gute Verbindung zum Pferdemaul, um einen Rumpier gleich auffangen zu können (siehe hier). Manche Pferde neigen zu schlampigem Stolpern, andere gehen um so aufmerksamer und trittsicherer, je schwieriger der Boden wird (Hottl). Gewiss, Pferde können abwärts galoppieren, um Felsen Haken schlagen, über Steine springen, durchs dichteste Unterholz preschen, in vollern Tempo sich duckend unter einem Ast durchsausen, der einen halben Meter niederer ist als der Widerrist, enge Kurven um Bäume rasen, plötzlich stehenbleiben, staunen, weiterjagen, aufwärts, abwärts, schräg am Hang, über Geröll rutschend, senkrecht oder leichtfüßig über Wurzeln setzen!

Dies demonstrierte uns einmal ein zweijähriges Fohlen, das wir frei mitrennen ließen an einem bewaldeten Steilhang. Wir führten die Reitpferde vorsichtig einen Pfad hinunter, sie balancierten sehr sorgfältig, der kleine Springinsfeld überholte rechts und links und schlug dabei aus lauter Übermut noch nach allen Seiten aus. Wenn ein Pferd unterm Sattel all diese Teufelstricks noch kann, kontrollierbar einsetzen lässt, ist es ein fertiges Militarypferd. Es erfordert höchste Schulung, diese Fähigkeiten auszubauen, sie sind im Pferd vorhanden.

Je länger der Ritt ist, um so besser muss man die Energien einteilen! Im großen und ganzen werden Schritt und Trab sich nach der gerittenen Zeit die Waage halten. Galopp ist schon vom Gelände her meist nur als Erfrischungsbonbon möglich. In flachen, offenen Gebieten -zum Beispiel in Norddeutschland oder Ungarn - wird man mehr darauf achten müssen, die Gangarten gleichmäßig zu wechseln, etwa alle zehn bis zwanzig Minuten. Denken Sie auch daran, beim Trab den Fuß zu wechseln, damit nicht ein Bein überlastet wird.

In Süddeutschland kann man sich mehr von den Gegebenheiten der Landschaft leiten lassen; die Gefahr, zu lange in einer Gangart zu bleiben, entfällt schon dadurch, dass es dauernd auf und ab geht. Gleichmäßige Abwechslung sollte in jedem Fall erreicht werden.

Da wir rein zu unserem Vergnügen reiten wollen, sind große Leistungen anderer für uns zwar interessant, aber nicht maßgebend. Es gab bei den östlichen Reitern, den Meldereitern Dschingis-Khans, um das extremste mir bekannte Beispiel zu nennen, Ritte von 340 Kilometern an einem Tag (beim Wandern rechnet man 35 bis 70 Kilometer pro Tag). Lebens- oder kriegswichtige Meldungen wurden »auf Pferdetod geritten« überbracht. (Wenn zum Beispiel eine Stadt auf dem Spiel stand, musste ein Pferd - oder mehrere - riskiert werden können.) Dass es möglich ist, ein Pferd bis zum Tod durch Erschöpfung zu reiten, muss uns zu denken geben! Wir sind es, die seine Kräfte einteilen müssen. Wir wollen nicht nur am nächsten Tag mit demselben Pferd weiterreiten - es gibt keine Poststationen mit frischen Pferden, wo geschundene ausruhen können —, wir wollen unseren Freund Pferd bei bester Gesundheit erhalten, ihn nicht nur unter gar keinen Umständen verlieren, sondern auch die kleinste Lahmheit oder Unpässlichkeit vermeiden, er soll mit voller eigener Freude dabeisein! Womit wir wieder bei der Kondition sind. Je besser Pferd und Reiter vorbereitet (ob vorbereiten von vorher bereiten kommt?) sind, um so mehr ist die gleichmäßige Leistung und Leichtigkeit gewährleistet! Als Vorbereitung auf mehrtägige Ritte reichen Reitstunden in der Bahn nicht aus; tägliche, möglichst lange Ausritte sind nötig.

Dabei reitet man nicht wild drauflos, sondern es sollten vor allem fleißiger Schritt und ruhiger Trab in gleichmäßigen Etappen von zehn bis zwanzig Minuten abgewechselt werden. Es ist sehr gut, wenn Pferde, die sonst im Stall stehen, vor langen Wanderungen einige Zeit auf einer Weide sein können. Sie sind dann nicht nur besser bewegt, sondern auch nervlich ausgeglichener.

Alte Wanderpferde freuen sich auf den Tag, sie können es morgens kaum erwarten, bis das Satteln und Packen fertig ist, manche wiehern sogar dem Tag entgegen.


      

 




Einloggen
Suche
Kalender
«  August 2017  »
Mo.Di.Mi.Do.Fr.Sa.So.
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031
Archiv der Einträge
Freunde











HoumEinträgeGestalten mit textilen MaterialienBemalen und Bekleben von HolzgegenständenFormen mit SuralinArbeiten mit Papier und PappeWir feiern FesteWeihnachtenOsternGeschenke bastelnGeschenke verpackenMalen onlineRätselKindergeburtstageHaustiereMit Pferden unterwegsWelcher Stern ist das?Selbstverteidigung für Frauen

Basteln & Spaß © 2010