Hauptseite | Registrieren | Login | RSSDonnerstag, 14.12.2017, 21:46

Basteln & Spaß



Menü
Tiere kaufen, verkaufen & verschenken
Anzeige hinzufügen
Anzeige zu sehen
Anzeige
Kategorie
Holz [0]
Keramik [1]
Leder [0]
Naturmaterial [3]
Origami [1]
Papier, Pappe [11]
Stroh [1]
Textilmaterial [1]
Wolle [2]
Feiertage/Party [1]
Geburtstage [0]
Halloween [0]
Ostern [2]
Weihnachten [1]
andere [0]
Rätsel [0]
 

Nacht-Ritt


Wenn man bei einem längeren Ausritt oder beim Wandern ungeplant und unverhofft in die Dunkelheit gerät - weil man sich irgendwo verspätet hat-, so kann das recht unangenehm werden. Kennt man die Wege nicht ganz genau, so bleibt einem bei Nacht in unbekanntem Gebiet nur die Straße. Die übliche Orientierung nach optischen Punkten in der Landschaft ist im Dunkeln nicht möglich - einzelnstehende Bäume, Feldscheunen, Waldecken sind unbeleuchtet. Auf der Straße zu reiten ist unangenehm und gefährlich dazu.

Es kann, zumindest im Winterhalbjahr mit seinen kurzen Tagen, immer einmal passieren, dass uns die Nacht überrascht. Man sollte, wenn man nachmittags losreitet, immer die Beleuchtung dabeihaben. Sinngemäß gilt für Pferde die Straßenverkehrsordnung. Man reitet im Schritt scharf rechts zu einem hintereinander. Der Reiter des ersten Pferdes muss eine nicht blendende Lampe mit weißem Licht nach vorn gerichtet tragen, der letzte ein rotes Schlusslicht oder eine gelbe Blinkleuchte. Es gibt sogenannte Reitlampen, Taschenlampen, die vorne weiß und hinten rot leuchten. Man kann sie am linken Arm oder am Stiefelschaft tragen; ihr Licht ist allerdings ziemlich schwach. Empfehlenswert sind Leuchtmanschetten, die das letzte Pferd an der Hinterhand trägt, zusätzlich zur roten Lampe. Wenn ein Schimmel dabei ist, lassen Sie ihn am Schluss gehen, man sieht ihn leichter als dunkle Pferde.

Hat man ein Trossauto dabei, so kann man es hinterherfahren lassen. Seine Rücklichter schützen die Pferde, außerdem sind sie von den Autoscheinwerfern angestrahlt und so für entgegenkommende Autofahrer leichter zu erkennen.

Abteilungen von acht bis zehn Pferden können — gut beleuchtet — als geschlossener Verband zu zweit nebeneinander gehen, wenn es die Verkehrssituation zulässt. Mehr als fünf Pferde einzeln oder zu Paaren (also zehn Pferde) sollten nicht zusammen gehen, um den Autoverkehr nicht zu behindern. Man muss dann zwischen den Blöcken Lücken lassen, aber das kommt ja selten vor.

Auf der anderen Seite ist ein Nachtritt mit einem vertrauten Pferd in einer Gegend, in der man die Feldwege kennt, also die Autostraßen meiden kann, ein ganz besonderes Erlebnis. Es ist faszinierend zu sehen, mit welcher Sicherheit das Pferd sich in der nächtlichen Natur bewegt. Auch das menschliche Auge gewöhnt sich in verhältnismäßig starkem Maße an die feinen Hell-Dunkel-Abstufungen einer Nacht im Freien ohne künstliches Licht, besonders wenn man allmählich in die Dämmerung hineingerät.

Wenn man bei völliger Dunkelheit erst startet, ist es zuerst ein höchst ungewohntes Gefühl, vom letzten Licht weg ins Dunkle zu reiten und nicht mehr zu sehen, wohin die Füße treten, die einen tragen und die doch nicht die eigenen sind.

Vertrauen Sie diesen Füßen ruhig! Pferde müssen ganz entschieden besser sehen als wir, Sie können ihnen getrost die Wahl des Hufschlags überlassen.

Wald sollte man bei Nacht allerdings meiden. Unter den Bäumen ist es wesentlich dunkler als im Freien. Selbst wenn Sie den Weg sehr gut kennen, ist es fast unmöglich, kleine abzweigende Wege auszumachen. Außerdem, wenn auch Ihr Pferd jeden Tritt richtig macht und selbst den Einstieg in gewohnte Wäglein findet, vor den Ästen und Zweigen kann es Sie nicht schützen. Bei Tag ist es ein lustiges Spiel, im Trab oder gar im Galopp unter tiefhängenden Ästen und Zweigen » wegzutauchen«, aber wenn man nichts sieht, können solche Hindernisse zu bösen Verletzungen führen. Brillenträger haben hier einen gewissen Vorteil, die Augen sind wenigstens geschützt. Auf der anderen Seite ist die Brille schwer wiederaufzufinden, wenn ein Ast sie Ihnen vom Gesicht streift. Noch etwas für Brillenträger (das gilt selbstverständlich auch am Tage): Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, die Brille nicht zu tragen, sei es aus Angst, sie zu verlieren, oder weil Sie bei Regen nicht mehr gut durch die Tropfen sehen. Ihre Augenlider sind den Schutz der Brille gewöhnt und schließen sich nicht so schnell bei Gefahren wie Lider, die der einzige Schutz eines Auges sind; so etwas geht bekanntlich nicht willkürlich vor sich.

Auf einem Feldweg, den man auch von seiner Oberfläche her kennt, kann man getrost traben. Galopp ist gefährlich; bei nächtlicher Beleuchtung ist die plastische Wirkung oft anders, und wenn man selbst oder das Pferd sich verschätzt, ist man bei einem Rumpier im Galopp mehr gefährdet, da beide Vorderbeine fast gleichzeitig in eine Unebenheit hineintreten, bei Trab aber stets nur eines; das ist leichter aufzufangen.

Manche Pferde neigen zum Stolpern, andere gehen um so aufmerksamer, je schwieriger der Boden wird.

Bild 22. Nacht-Ritt


Wir trabten einmal nachts auf einem uns wohlbekannten Grasweg, bei Tage eine unserer Lieblingsgaloppstrecken. Die Hottl hat sonst manchmal einen Trab wie eine Nähmaschine an der langen Seite eines Leintuches; nun trabte sie lautlos dahin. Ich selbst machte fast gar nichts, aber sie ging, wie wenn sie ganz schulmäßig geritten würde. Der nächtliche Weg forderte ihr diese Aufmerksamkeit ab. Sie trabte extrem aktiv, mit enorm viel Schwung, mit federnd langen Schritten; sie kaute am Gebiss, spielte mit den Ohren und legte ein Trabtempo vor, das ich bei der Dunkelheit nie von ihr verlangt hätte. Ihre Aktion war so sicher, dass ich ihr völlig vertraute; ich trachtete nur noch, sie in nichts zu stören: Sie kennt den Weg, sie macht das schon! Sie demonstrierte geradezu die Überlegenheit ihrer Sinne bei Nacht. Es war ein eigenartiges Erlebnis, nur noch zu fühlen; nie empfand ich Nacht als etwas so Schönes, Umfassendes, Klares. Es war einer der großartigen Augenblicke, die einem wohl nur ein vertrautes Pferd schenken kann: völlige Harmonie mit dem Tier, der Natur, Gleichheit der Bewegung, losgelöst von Erdenschwere.

Wenn ich solche Sätze früher las, dachte ich immer: so ein Pathos ... Glück dieser Erde auf dem Rücken der Pferde, und so ... - aber es stimmt, es gibt diese Momente, und sie sind köstlich!


      

 




Einloggen
Suche
Kalender
«  Dezember 2017  »
Mo.Di.Mi.Do.Fr.Sa.So.
    123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031
Archiv der Einträge
Freunde











HoumEinträgeGestalten mit textilen MaterialienBemalen und Bekleben von HolzgegenständenFormen mit SuralinArbeiten mit Papier und PappeWir feiern FesteWeihnachtenOsternGeschenke bastelnGeschenke verpackenMalen onlineRätselKindergeburtstageHaustiereMit Pferden unterwegsWelcher Stern ist das?Selbstverteidigung für Frauen

Basteln & Spaß © 2010