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Pannen unterwegs


Wenn man von Pannen spricht, denkt man meist zuerst an Stürze, obwohl beim Wandern Stürze sehr selten vorkommen. In vielen Jahren hatten wir auf unseren 10- bis 14tägigen Herbstritten bei insgesamt über 10 000 mit sehr verschiedenen Reitern auf verschiedenen Pferden gerittenen Kilometern drei -3- leichte Stürze! Anders sieht die Relation schon bei Spazierritten aus, da gibt es mehr Stürze, nicht nur, weil insgesamt etwas schneller geritten wird, sondern weil eben noch sehr oft die Übung der Reiter fehlt und die Balance ihre Opfer verlangt. Bei Jagden vervielfacht sich diese Zahl, besonders, wenn nicht alle Reiter bestens durchgebildet sind, durch die Sprünge, das hohe Tempo und die hohe Zahl der beteiligten Pferde, wodurch es oft zu Kollisionen und Kettenreaktionen kommt.

Bild 15. Könner haben ihr Pferd auch nach einem Sturz noch in der Hand


Da Stürze und andere Pannen auch mit dem vertrautesten Pferd nicht auszuschließen sind, sollte man eigentlich nie allein ausreiten; tut man es dennoch, empfiehlt es sich zu hinterlassen, wohin man reitet. Wenn der Reiter beim Sturz die Zügel aus der Hand verliert, was meistens der Fall ist (ich bewundere es immer, wenn jemand stürzt, wieder aufsteht und die Zügel noch in der Hand hält), so bleibt sein Pferd bei anderen Pferden eher stehen als beim Menschen; außerdem kann ein Reiter mit Pferd ein Pferd ohne Reiter wesentlich besser einfangen als ein Reiter ohne Pferd ein Pferd ohne Reiter.

Ist jemand vom Pferd gefallen, so halten die anderen sofort an, bzw. reiten zurück zu dem Gestürzten. Die meisten Stürze sind so harmlos, dass der Reiter gleich wieder aufsteht und man weiterreiten kann, sobald man das reiterlose Pferd wiederhat. Man hält es so schnell wie möglich fest, denn im ersten Moment ist es selbst sehr verdutzt. Einer kümmert sich um den gestürzten Reiter, die anderen ums Pferd. Wichtig ist, alles zur Ruhe kommen zu lassen! Wenn die Pferde beruhigt beisammen stehen, werden sie meist anfangen zu grasen, auch das ledige Pferd. Oft lässt es sich dann leicht fangen. Gut ist, wenn man es mit Zucker, Brot oder einem Apfel in der Hand locken kann. Ruhig auf das Pferd einreden!

Ist ein Pferd gestürzt und bleibt liegen, geht man mit den anderen Pferden ein Stück weg. Der Herdentrieb ist dann oft stärker als Schock oder Schmerz. Wenn es in einen Graben gestürzt oder in eine sumpfige Stelle eingebrochen ist, muss man versuchen, ihm möglichst viele feste Dinge - Äste, Gestrüpp, zur Not einen Sattel - unterzuschieben. Man unterlegt besonders die Vorderhufe, damit es festen Halt findet, um sich hochzuarbeiten.

Kommt es trotzdem nicht heraus, braucht man fremde Hilfe. Rufen Sie gleich einen Tierarzt dazu; selbst wenn nichts gebrochen ist, so ist vielleicht eine stärkende oder beruhigende Spritze nötig. Für den Reiter ist es bekanntlich von großer psychologischer Wichtigkeit, wenn irgend möglich, gleich nach dem Sturz wieder aufzusitzen. Wenn der Reiter benommen ist, aber nach einer Pause noch aufs Pferd kann, reitet man im Schritt heim. Sonst muss einer sachkundige Hilfe holen. Merken Sie sich gut die Unfallstelle, damit Sie nachher mit dem Auto ohne langes Suchen wieder hinfinden; denn in einem heldenhaften Galopp zum Stall zu jagen ist nicht schwer - bekanntlich gehen Pferde gerne schnell zum Stall. Reiten Sie ruhig und ohne Risiko - ein Sturz war schon genug! Wenn es darum geht, Hilfe zu holen, können Sie natürlich nicht zwei Kilometer Schritt reiten, stellen Sie das nasse Pferd an eine zugfreie Stelle. Wenn niemand da ist, es mit Strohwischen trockenzureiben, binden Sie ihm schnell eine Decke um, bevor Sie mit dem Auto losfahren, um den Verletzten zu holen.

Bild 16. Manchmal gelingt es, ein reiterloses Pferd anzulocken


Angenommen, der Reiter ist unverletzt, aber sein liebes Pferd trabt wirklich ohne ihn davon, so hat es meist wenig Sinn, wenn einer oder mehrere Reiter ihm nachjagen, es fühlt sich dann erst recht zum Rennen animiert und ist ohne das Reitergewicht schneller als die anderen. Es wird auch ohne ihr Zutun meist auf dem schnellsten Wege heimgehen. Sie können nur hoffen, dass auf seinem Sologang nichts passiert. Dem Reiter steht dann die traurige Erfahrung eines einsamen Fußmarsches bevor: entthront, mit Dreck am Anzug, humpelnd, von Passanten mitleidig belächelt — schlucken Sie die Tiefen des Reiterdaseins, Sie kennen schließlich auch seine Höhen!

Das gilt für den ein- oder mehrstündigen Ausritt. Aber auf einer Wanderung, wenn Sie Tage vom Stall entfernt sind, bleibt natürlich nur, dem ledigen Pferd sehr vorsichtig nachzureiten. Es gibt sehr selbständige Pferde, die ohne weiteres in wildfremder Gegend alleine losziehen. Dazu ist übrigens kein Sturz nötig: Sie sind abgesessen und halten das Pferd nicht fest, so ist es wohl möglich, dass es auf Erkundung auszieht, selbst wenn es »sonst doch immer« brav dableibt.

Bild 17. Manchmal tritt es in den Zügel - manchmal geht es gleich heim.

Nehmen Sie zum Einfangen möglichst ein Pferd, das mit dem Ausreißer befreundet ist, dann wirkt der Herdentrieb vielleicht doch schneller, wenn Sie in die Nähe des Flüchtlings gelangen. Ergreifen Sie beim ersten Beschnuppern der Tiere schnell die Zügel des anderen. Wenn man einem Pferd nachreiten muss, ist unbedingt darauf zu achten, es von Gefahren — Straßen, Steilufern, Stacheldrahtzäunen — wegzutreiben, lassen Sie es möglichst nicht in einen Wald, sein Sattel und Ihr Gesicht sind vom Gezweig gefährdet. Manchmal kann man es irgendwie in die Enge treiben. Meist geht das Pferd in fremdem Gebiet wesentlich vorsichtiger als auf dem bekannten Heimweg zum Stall. Bleiben Sie ruhig, ohne forciertes Tempo, reden Sie beruhigend mit Ihrem und dem freien Pferd.

Wenn das Pferd eingefangen ist, muss man Zaumzeug und Sattel genau auf Schäden durchsehen. Die häufigsten Pannen unterwegs sind gerade diese Schäden an Zaumzeug und Sattel. Mit ausgefransten Strippen, Sattelgurt oder Bügelriemen loszureiten ist sehr leichtsinnig, sie können halten, müssen aber nicht. Wenn Sie Glück haben, reißt so eine Stelle im Schritt oder beim Auf- und Absteigen, dann müssen Sie lediglich zu Fuß heimlaufen. Wenn so ein wichtiger Riemen im Galopp reißt, liegen Sie bestimmt im Dreck, wenn Sie nicht gar im Bügel hängenbleiben - bei gerissenem Sattelgurt! Immer sorgfältig nachprüfen, auf längeren Ritten Ersatzriemen mitführen.

Sehen Sie immer wieder nach, ob beim Pferd Ihres Vordermannes noch alle vier Eisen beim Abfußen blitzen, und prüfen Sie selbst, indem Sie, wenn Sie auf harten Boden kommen, auf den Viertaktklang der Eisen horchen. Geht trotz regelmäßigem Nachsehen ein Eisen verloren, so wissen Sie vielleicht noch, wo Sie das Eisen zuletzt hörten oder sahen; dann reiten Sie zurück und suchen es, es ist nicht so aus der Welt, dass Sie nicht das Glück hätten, das Hufeisen zu finden. Reiten Sie im Schritt heim oder auf der Wanderung zum »nächsten Schmied« (siehe hier). Wenn die Strecke zu lang ist, sollte man das zweite Eisen auch abnehmen, damit das Pferd symmetrisch geht! Beim ersten Anzeichen, dass das Pferd auf dem Fuß ohne Eisen lahmt, muss man absitzen und führen. Es kann sich ein abgerissener Hufnagel eingetreten haben. Lahmen kann verschiedene Ursachen haben, auf jeden Fall sitzt man ab und sieht nach, ob ein Stein oder sonst ein Fremdkörper unterm Eisen im Huf festgeklemmt ist. Oft vergehen starke, schnell auftretende Lahmheiten bald wieder, leichte Verstauchungen oder Zerrungen können die Ursache sein (siehe hier).

Geringe Lahmheit, die sich langsam - wenn überhaupt - steigert, kann auf nachhaltige Überanstrengung hinweisen. So etwas lässt sich am besten durch Weidegang beheben, auf keinen Fall stehen lassen!

Wenn Sie ein junges Pferd reiten, kann Ihnen etwas passieren, das wie eine Panne aussieht, aber in Wirklichkeit keine ist: Das Pferd bleibt ganz plötzlich und ganz stur aus jeder beliebigen Gangart stehen. Schimpfen Sie nicht! Wenn Sie ein junges Pferd anvertraut bekommen, sind Sie kein Anfänger mehr, also oben sitzen Sie bestimmt noch. Sehen Sie ganz diskret nach dem Schweif, er wird erhoben sein: Junge Pferde können nur im Stehen »böbbeln«; die Erkenntnis, dieses zu müssen, kommt oft so plötzlich, dass sie ohne Vorwarnung mit voller Bremse stehenbleiben! Gehen Sie in den leichten Sitz - stören Sie das wichtige Tun nicht. Später können Pferde bekanntlich im Galopp, sogar im Sprung über dem Hindernis Ballast abwerfen. Übrigens, ein guter Reiter spürt durch den Sattel, wenn sein Pferd »strahlen« - urinieren — muss, dann anhalten, entlastender Sitz und möglichst auf weichen Boden stellen. Das kommt allerdings erst bei sehr langen Ritten vor.

Manchmal hat unnormal nervöses Verhalten, aufgeregtes Schweifschlagen eine recht harmlose Ursache: Fremdkörper, wie Tannenzweige oder Insekten haben sich - nach Durchreiten einer zugewachsenen Waldschneise etwa - unter den Sattel verirrt und kitzeln und pieken. Vielleicht sind es aber auch, besonders im Sommer, Bremsen, die lästig werden. Beobachten Sie Wetter und Pferd, denn wenn die Bremsen aufdringlich werden, kündigen sie oft ein Gewitter an. Es gibt Insektensprays, aber viele, gerade sehr vertraute Pferde geraten außer sich bei dem Fauchgeräusch einer Sprühdose; man kann sie eventuell mit einem Insektenmittel einreiben, aber Pferde sind außerordentlich geruchsempfindlich. Sogenanntes Bremsenöl, das bei Rindern mit Erfolg angewandt werden kann, ist für Pferde unbrauchbar, es stinkt ihnen zu sehr.


      

 




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