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Reitstil beim Wandern


Warum steht dieses Kapitel nicht vorn vor dem allerersten Ausritt? Weil man vor dem ersten Ausritt noch keine Stilsorgen hat und der Charakter des Wanderreitens erst ein wenig erklärt werden musste, denn ausreiten und wandern ist nicht dasselbe. Beim Reiten im Gelände sind verschiedene, stark voneinander abweichende Methoden denkbar. Entweder man »übt« im Freien, reitet also Dressur, bei einstündigen Ausritten etwa. Die Pferde sind zwar durch die fremde Umgebung und die Anwesenheit anderer Pferde stark abgelenkt. Figuren und Gangarten lassen sich oft selbst bei gut gerittenen Pferden nicht exakt durchführen. Oder man reitet mehr im Stil eines Jagd- oder Geländerittes, mit verkürzten Bügeln und verschärftem Tempo.

Anders ist es schon beim Sonntagmorgenritt, beim Spazierenreiten ohne Ziel, ohne Ehrgeiz, nur der Freude an Pferd und Natur hingegeben! Das ist in gewissem Sinne schon der Anfang des Wanderreitens, denn irgendwann kommt der Wunsch, immer weiterzureiten ohne Umkehr! Hier liegt der Unterschied zwischen Ausritt und Wanderreiten. Auf einem Ausritt, selbst mit dem eigenen Pferd, das Sie gut kennen, das vielleicht sogar auf der Wiese hinterm Haus steht, sind Sie nicht so losgelöst vom Alltag, als wenn Sie Tage - wenigstens zwei, Samstag, Sonntag - vor sich haben, wo es außer dem Pferd und der Landschaft nichts gibt, weder für Sie, noch für die anderen, die dabei sind!

Erst dann stellen Sie sich anders auf das Pferd ein. Da Sie abends ein Ziel erreichen und möglichst ohne Asphalt den besten Weg in oft unbekanntem Gelände finden wollen, müssen Sie sich schon vom Weg her viel stärker auf den Ritt konzentrieren. Auch der Autofahrer lehnt sich entspannt im Sitz zurück, macht es sich bequemer, wenn er nach der kurzatmig-hektischen Stadt- und Ampelfahrt die Autobahn erreicht hat und Weite vor sich hat, er stellt sich um auf Ferne, wobei er bekanntlich nicht weniger Konzentration braucht! Man wird es sich und dem Pferd so bequem wie möglich machen, ziemlich lange Bügel, wenig Zügel, keine Sporen, locker und leger! Dressur- und Springsitz sind exakt beschrieben, »den« exakten Wandersitz gibt es nicht. Leichter Sitz - es wird nichts ausgesessen - geschmeidig und entspannt! Richtig ist der Sitz, bei dem Sie und das Pferd so frisch wie möglich bleiben. Reiten Sie mit Ruhe und Losgelassenheit, die Hälfte allen Schwitzens ist Aufregung!

Man sollte vom Pferd nie mehr verlangen, als man mit wenig Nachdruck auch erreichen kann. Sie können unterwegs nur schwer korrigieren, und ein Pferd merkt sich, wo es mit Ungehorsam durchkommt! Das gefährdet jede Harmonie.

Für die Einwirkung auf das Pferd sind durchaus nicht nur die »korrekten Hilfen« zulässig. So wenig Einwirkung wie möglich - gewiss denn es ist auf die Dauer für beide ermüdend, wenn jeder Schritt einzeln herausgeholt werden muss, ebenso, wenn man ein Pferd dauernd verhalten muss; deshalb sind unter Umständen weniger, aber deutlichere Hilfen besser. Jede friedliche Verständigung ist erlaubt, lange Strecken erfordern Einfühlung und Harmonie.

Akustische Hilfen sind nicht zu verwerfen. Das Pferd reagiert sehr stark auf die Stimme: Sie kann beruhigen, verhalten, anspornen, loben, sogar streicheln. Neulich hörte ich auf einem internationalen Springturnier einen Engländer der Spitzenklasse laut mit seinem Pferd reden, im Stechen! Sicher, das gilt nicht als korrekt, aber wenn diesen beiden Stars die Stimme als Kontaktmittel hilft, wieviel mehr hilft sie uns in Feld und Flur. - Ein Sechserzugfahrer wurde auf einem Turnier von einem übermütigen Ansager aufgefordert, im Galopp den Turnierplatz zu verlassen - mit sechs galoppierenden Pferden durch das Nadelöhr des Ausgangs! Er sagte hinterher, er vertraute nur noch auf Gott und seine Stimme! (Zitat, ich weiß leider nicht mehr, woher.) Auf der Wanderung muss das Pferd lange Strecken durchhalten, also soll es seine Bewegungen selbst ausbalancieren können, seine Kräfte einteilen. Losgelassenheit ist für beide, Reiter und Pferd, bei aller Konzentration unerlässlich. Je lockerer beide sind, um so weniger ermüden sie.

Ideale Wanderpferde gehen von selbst in guter Aufrichtung und heben dabei sauber die Beine. Andere lassen sich gehen, sie brauchen Anlehnung, man muss sie so weit an den Zügel stellen, dass sie ordentlich auffußen, sonst ermüden sie viel zu schnell oder »streichen« gar (siehe hier).

Manche gehen um so aufmerksamer, je schwieriger das Gelände wird, andere neigen zum Stolpern; das macht sich besonders im Galopp bemerkbar. Stolpert das Pferd am langen oder gar hingegebenen Zügel, so fällt man ihm in dem Moment ins Kreuz, wo es am unsichersten ist; das gibt dann zumindest einen Rumpier, ein Sturz ist nicht ausgeschlossen. Hat man es am Zügel, so spürt man das Stolpern ungleich früher, kann weich einsitzen und das Pferd hochtreiben, auffangen. Stolperer brauchen den Zügel, die Anlehnung als »fünftes Bein«. Bei jedem langen Ritt wirkt der Pferdewechsel für alle sehr belebend. Für Sie sind die Winkel aller Gelenke durch den verschiedenen Bau der Pferde anders gestellt, die Gänge des Pferdes fühlen sich anders an. Für das Pferd sind Reitergewicht und Art der Hilfen erfrischend neu. Verlangen Sie nicht gleich alles, lassen Sie sich und dem Pferd Zeit zum Umstellen, vielleicht reiten Sie wie beim Start einige Minuten Schritt. Je wohler sich ein Pferd unter seinem Reiter fühlt, um so weniger wird es ermüden.



Auf langen Ritten wird man das Pferd immer wieder durch Führen entlasten, zum Beispiel beim Steilabstieg, auf Asphalt, eventuell während der Schrittstrecke vor der Mittagspause. - Abends gehen die Pferde meistens höchst munter in Richtung Stall.

In jeder Situation mit seinem Pferd in körperlichem und seelischem Gleichgewicht sein, das ist - glaube ich - der erstrebenswert gute Wanderreitstil!


      

 




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