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Reiterliches Verhalten Fußgängern gegenüber


Neben einem Fußgänger ist ein Pferd ein sehr großes Tier. Da viele Leute das Pferd nur noch als Schaustück aus dem Fernsehen kennen, muss es ihnen bei einer direkten Begegnung auf dem Spaziergang noch größer vorkommen. Es ist darum nicht weiter verwunderlich, wenn viele ängstlich reagieren. Das sollte der Reiter in erster Linie bedenken, wenn er einem Fußgänger begegnet oder ihn gar schon von weitem flüchten sieht! Es wird also sofort von Trab oder gar Galopp zum Schritt durchpariert und dann in möglichst weitem Bogen vorbeigeritten. Selbstverständlich lässt man immer die bessere Wegseite den Fußgängern.

Der Reiter grüßt den Fußgänger!

Bild 23. Vorurteile sind nur schwer zu überwinden

Das darf der Fußgänger erwarten, auch wenn man ihn nicht persönlich kennt. Er wird so etwas Auffälliges wie einen Reiter zu Pferde bemerken und anschauen. Andere - vor allem Bauern — fragen nach den Pferden; Sie halten an, geben freundlich Antwort; die Leute freuen sich, wieder einmal ein Pferd von nahem zu sehen und wollen es vielleicht sogar streicheln.

Auf langen Ritten kann man, wenn man durch Dörfer kommt oder auch auf anderen Schrittstrecken, sogar einmal absitzen, führen und Kinder - auf ruhigen Pferden - reiten lassen. Sie werden, wenn sie sich getraut haben aufzusitzen, mit hochroten Ohren vor Stolz und Aufregung da oben thronen und noch lange von ihren Kameraden beneidet und bewundert werden.

Das Verhältnis Reiter-Fußgänger, bzw. umgekehrt, ist in ganz besonderem Maße Emotionen ausgesetzt. Es ist sicher nicht immer eine bewusste Reaktion des einzelnen Fußgängers gegen den jeweiligen Reiter, wenn er ängstlich oder gar ärgerlich wird, sondern vermutlich eher eine unwillkürliche Reaktion, was nicht überrascht, wenn man sich einmal ganz kurz die Rolle des Pferdes in der Geschichte der Menschheit betrachtet: Längst vor den Postpferden, die in den Leuten freundliche, romantische Gedanken aufkommen lassen, war das Reitpferd Symbol des »Herren« (bei Postpferden, genau wie bei Bauernpferden, denkt man an Gespannpferde, nicht an Reitpferde!). Wer das Pferd hatte - wer ritt war oben, war Herr oder Herrenvolk! Reiterhorden überschwemmten Sesshafte, die den Schnelleren hilflos ausgeliefert waren. Berittene waren für Fußvolk so gut wie unbesiegbar.

Abgesehen vom Krieg, wo Reiter Heldentum und Sieg verkörperten, für die Unterlegenen Schrecken und Not, waren die Reiter auch sonst stets die Herren. Der Herr kam auf dem Pferd und überwachte die Feldarbeit, bzw. trieb zur Arbeit an. Es ist uns einmal passiert, dass Feldarbeiterkolonnen - ein selten gewordener Anblick -sich verbissen über die Erde beugten und, ohne aufzusehen, in hektischem Tempo arbeiteten, als wir friedlichen Urlaubsreiter vorüberzogen. Wir begriffen eigentlich nicht, warum sie so stur unserem Gruß auswichen, es war wohl die Scheu oder Angst vor den »Herren« zu Pferde.

Nur die »Oberen« konnten sich Pferde leisten, ritten gar zum Vergnügen, während das Volk schuftete. Man müsste absteigen und ihnen erklären: Ihr wollt ausruhen im Urlaub; uns Städtern fehlt die Luft und die Bewegung, deshalb ist das Reiten unsere Erholung, die wir uns genauso verdienen müssen wie ihr! Zu solchen Diskussionen kommt es praktisch nie, und so bleibt die überlieferte Meinung bei den Leuten in Stadt und Land; »die, die oben sitzen«, »die auf dem hohen Ross«, »Herrenreiter«. Dazu kommen noch Neid und Missgunst gegen die, die es haben. Woher sollen die Leute wissen, wieviel Sparsamkeit und eigene Arbeit einem Ausritt oft vorangehen?

Als Reiter sollte man sich überlegen, welche unbewussten Gründe für die Haltung mancher Fußgänger vom eigenen Verhalten abhängen. In den meisten Fällen freuen sich die Leute an jedem Pferd, wenn es der Reiter mit ein bisschen Charme versteht, ihnen die Scheu vor dem großen Tier zu nehmen. »Reiter und Ritter = Ritterlichkeit«, »Kavallerie = Kavalier« sind Wortzusammenhänge, die verpflichten! Leider lassen manche Reiter eher an Zusammenhänge wie »Herren = herrisch« denken!

Zugegeben, oft ist man mit dem Pferd voll beschäftigt, aber das darf nicht so weit gehen, dass man nur noch das Pferd sieht und die Menschen, die einem begegnen, einfach übersieht, wörtlich: darüber hinwegsieht.

Arrogantes Benehmen ist oft ein kümmerliches Kaschieren eigener Unfähigkeit — in diesem Fall, die Unfähigkeit im Umgang mit dem Pferd. Der Gruß alter Bauern, Leuten, denen der Umgang mit dem Pferd das tägliche Brot war- als Gespannpferd, nie als Reittier-, wird manchmal mehr den Pferden gelten als Ihnen, auch das sollte man verstehen. - Wir ritten im Schritt über einen großen umgestürzten Acker auf der Hochfläche der Rhön - ein eiskalter Herbststurm peitschte uns Regen ins Gesicht-, wir hatten den Kopf zwischen die Schultern gezogen und froren, da hörten wir einen menschlichen Schrei! Wir sahen uns um. Ein kleiner Mann kam von einem anderen Acker gerannt, er stolperte und rief immer wieder etwas, das wir im Wind nicht verstanden. Erst dachten wir, er wolle uns vom Acker jagen oder uns davor bewahren, auf eine grässliche Gefahr loszureiten. Wir ritten auf ihn zu, atemlos stand er da. Er griff nach Saladins Kopfstück - ich ritt ihn gerade -, er hielt sich fest, streichelte den Pferdekopf. Erst konnte er kaum reden von der Anstrengung des Laufens, dann stammelte er nur immer wieder: Pferde, Pferde, meine lieben Pferde!

Er ging von einem Pferd zum anderen, streichelte die Köpfe, klopfte die Hälse - der alte Bauer. Wir stellten die drei Tiere so, dass er völlig eingekreist war. Im Windschatten der Pferdeleiber stand er und schwelgte in Erinnerungen: Er hatte auch Pferde gehabt, immer, ein Leben lang, aber als das letzte gestorben war, ein Schimmel, ein so braver, so gerade Furchen, wie der gezogen hat... aber dann ... der Sohn hat kein neues mehr angeschafft, der Schlepper ist rationeller. -Was für ein inniges Gespann muss ein Mann und sein Pferd gewesen sein, wenn sie zusammen Jahr für Jahr Furche um Furche diesen großen Acker auf der zugigen Höhe gepflügt, gesät, geerntet haben, wenn ein Bauer, der gewiss nicht zu Pathos neigt, beim Anblick von Rössern auf seinem Acker zu solch einem Gefühlsausbruch hingerissen wird. Er presste sein Gesicht an Saladins Stirn, dann drehte er sich schnell um; wir ritten weiter, vielleicht wollte er nicht, dass wir seine Tränen sähen. Bevor wir in den Wald einbogen, sahen wir zurück, da stand er noch, ganz allein und winzig, ein gebeugter, alter Mann in der Furche seines Ackers - er winkte den Pferden nach.



      

 




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