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Wanderritt - was für Pferde, was für Reiter?


Jeder längere Ritt, der nicht im heimatlichen Stall endet, ist etwas radikal anderes als ein Ausritt und faszinierend wie eine Expedition in ein unbekanntes Land. Schon nach zwei Tagen ist vergessen, dass es ein Straßennetz und einen Alltag gibt, man glaubt, mindestens schon eine Woche unterwegs zu sein. Die Harmonie zwischen Landschaft, Reiter und Pferd verschafft ein mächtiges Glücksgefühl, man beginnt, mit ungeahnter Intensität zu leben, zu erleben.

Es ist ziemlich unmöglich, das zu beschreiben, nehmen Sie selbst ein Pferd und wandern Sie mit lieben Wanderfreunden in den Morgen hinaus!

Selbstverständlich müssen vor dieser Erfüllung einige recht sachliche Bedingungen stimmen. Das Wichtigste ist das Pferd: Bei der Auswahl eines zum Wanderreiten geeigneten Pferdes ist seine Rasse viel weniger entscheidend als seine Kondition. Vom Isländer bis zum Hannoveraner, vom Bastard bis zum Vollblüter kann jedes Pferd geeignet sein, das einige Bedingungen erfüllt: Es darf weder zu faul sein noch zu heftig, muss aber gute Nerven haben, denn es muss absolut verkehrssicher sein. Natürlich ist beste Gesundheit Voraussetzung, vor allem gesunde Beine; Futter- und Stallwechsel dürfen es nicht aus dem Gleichgewicht bringen, und es darf nicht zu wohlgenährt, sondern muss auf Muskeln trainiert sein.

Wanderreiten ist schon vom Reitstil her sehr verschieden vom Sportreiten in der Bahn, vom Gelände- und Jagdreiten. Man braucht sich deshalb kaum wundern, dass auch die Eigenschaften und Fähigkeiten, die von einem Wanderpferd verlangt werden, ganz andere sind als beim Sportpferd, das Schritt für Schritt aktiv geritten wird. Aufrichtung, Haltung, sauberes Untertreten, ausdrucksvolle Gänge werden von Reiter und Pferd gemeinsam ständig erarbeitet, das Pferd wird zusammengestellt, »kurzgeritten«. Auf der langen Wanderung streckt es sich, es geht entspannt, balanciert seine Bewegungen am langen Zügel selbst aus; deshalb muss man von ihm mehr natürliche Haltung verlangen und gleichzeitig mehr Ruhe! Denn ruhig muss ein Wanderpferd sein.

Ein rappeliges, aufgeregtes Tier kann die anderen anstecken, und Panik kann man beim Wandern einfach nicht brauchen. Es ist andererseits erstaunlich, wie schnell sich ein einzelnes unruhiges Tier vom »ruhigen Betriebsklima« einiger erfahrener Wanderpferde anstecken lässt. Hat man ein unruhiges Pferd dabei, so lässt man es - auf möglichst harmloser Strecke - dicht hinter einem erfahrenen Tier gehen (einem Pferd zum Beispiel wie die Hottl). Für einen langen Ritt sind eigentlich nur Pferde geeignet, die durch rauhe, möglichst naturnahe Haltung unempfindlich sind. Reine Stallpferde sind zu wetterempfindlich; sie haben kein der jeweiligen Jahreszeit angepasstes Fell. So gut wie jedes Pferd wird sich bei halbfreier Haltung der Witterung anpassen, man darf es nur nicht zu spät im Jahr ins Freie oder den Offenstall bringen. Wir stellten im August einen eleganten Sportwallach zu den alten Wanderrössern auf die Weide, er machte nicht mehr als die anderen vom Unterstand Gebrauch und bekam bis Weihnachten ein ebenso dichtes Fell wie sie.

Stallpferde sind auch nervlich meist nicht ausgeglichen genug. Durch die starken Gegensätze — sie stehen 23 Stunden und warten auf ihre eine (höchstens zwei oder drei) Bewegungsstunden, in der sie dann hochkonzentriert arbeiten sollen. Diese aufbewahrten Sportgeräte, die stets bestens mit Hafer versorgt werden, müssen zuerst ihre überschüssige Haferenergie verpulvern und schwitzen sich tropfnass vor Aufregung.

Vermutlich ideal für Pferde, die wandern sollen, ist eine halbfreie Haltung: Offenstall mit Auslauf oder Weide mit Unterstand, in dem sie Wasser und Rauhfutter (wenn die Weide nicht genug Gras hat) nach Bedarf nehmen können. Sie sind dann stets gefüttert (Kraftfutter gibt es nach Leistung), sie sind wetterhart und ausgeglichen. Sie scheuen auch nicht, denn sie haben nicht den ganzen Tag die Stallwand angestarrt, sondern Leute, Autos, die vorbeikamen, gesehen und auch Flugzeuge als harmlos erkannt.

Es ist nicht immer nötig, sie unbedingt täglich zu reiten - außer zum Training vor der großen Reise -, denn sie bewegen sich ja auf der Weide. Für sie ist der Gegensatz zwischen ihrem » Privatleben« und ihrem »Dienst« nicht nervenaufreibend, denn sie sind nie ganz passiv, ein paar Pferde auf der Weide beschäftigen sich gegenseitig, spielen miteinander, und auch im Dienst sind sie nie zu höchster Versammlung gezwungen. Vielleicht sind sportliche Leistungen ohne Konzentration des ganzen Seins auf die Stunde des Trainings nicht möglich. Wandern und Sport sind sehr verschiedene Bereiche. Es muss, glaube ich, einmal betont werden: Man kann vom Mut und Zusammenspiel großer Turnierreiter und ihrer hochgezüchteten Pferde fasziniert sein, man kann einen weißen Hengst und seinen schmucken Reiter, die es in der Hohen Schule zu Harmonie gebracht haben, bewundern und trotzdem lieber mit seinem treuen Wanderpferd über Land reiten.

Das Sportreiten fordert höchste Konzentration, ehrgeizigen Einsatz aller Fähigkeiten - das Wanderreiten bringt Entspannung, Erholung. Es gibt nur Gewinner, denn Freude und Erleben bringen die Tage im Freien mit dem Pferd allen Beteiligten in gleichem Maße - ohne Verlierer!

Wichtig bei der Auswahl des Pferdes ist auch, dass man kein zu junges Tier mit auf die Reise nimmt; zu alt zum Wandern ist ein gut trainiertes Pferd nicht so leicht, aber zu jung! Zum Wandern, das heißt für lange Strecken über mehrere Tage, soll man keinesfalls Pferde unter fünf bis sechs Jahren mitnehmen, sie halten die Belastung noch nicht aus und können leicht bleibende Schäden behalten.

Auch der Reiter sollte vor Antritt des Rittes unnötigen Speck ab- und nötige Kondition antrainieren! Heute können viele Leute rein zeitlich nicht genügend Reitstunden vor dem Urlaubsritt nehmen, sie sollten dann radfahren, Gymnastik treiben oder sonst wie trainieren, denn wer mit der üblichen Großstadt-Autofahrermuskulatur startet, ist selbst daran schuld, wenn er am zweiten oder spätestens dritten Tag vor Muskelkater nicht mehr auf sein Ross kommt.

Ein mehrtägiger Ritt ist nichts für Anfänger, einfach weil man ohne ruhigen, lockeren Sitz verkrampft reitet, und das hält weder der Reiter noch das Pferd tagelang durch. Andererseits braucht jemand, der einmal reiten konnte, aber aus der Übung ist, nicht zu verzichten, er muss nur vorher wieder trainieren.

Für einen vierzehntägigen Ritt sollte man nur Leute mitnehmen, deren Kameradschaftlichkeit und Durchstehvermögen sowie reiterliches Können sich auf einem Wochenendritt bewährt haben. Angeberische Draufgänger taugen nicht zum Wanderkameraden! Man muss sich darauf verlassen können, dass sie sich an verabredete Dinge halten und dass sie beim Stalldienst zuverlässig sind. Beim Stalldienst ist ein Gespann aus Erfahrenen und Neulingen sehr günstig. Je größer die Gruppe ist, um so mehr Disziplin ist nötig, denn je besser der »technische« Ablauf der Reise klappt, desto vergnügter wird sie.



      

 




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