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Wege und Kartenlesen


Beim Verlassen der Reitanlage beginnt das Problem der Wege. In unmittelbarem Umkreis vom Standort größerer Pferdebestände finden wir in der Regel markierte Reitwege, wie zum Beispiel einspurige Hufschläge durch Wald und Flur oder parallel zu Fußwegen. Diese Reitwege werden wir dankbar begrüßen, hier dürfen wir uns beliebig bewegen und haben keine Orientierungsschwierigkeiten. Das ist weniger wegen des Heimweges wichtig- Pferde finden den bekannten Weg zurück zum Stall —, sondern weil wir ohne langes Suchen wissen, der begonnene Weg ist durchgehend bereitbar; so findet sich auch der Neuling oder der Reitgast gleich zurecht.



Meistens sind wir nach einer Stunde am Ende des Reitwegenetzes, was auch das Ende der Markierung bedeutet. Hier beginnt die Orientierung nach der Karte. Mit »grober Richtung« und Kompass allein ist meistens nicht viel auszurichten, denn wir wollen die Straßen und harten Wege soweit möglich meiden, und die zahllosen verbleibenden Feldwege sind nie mit Richtungsweisern und Namensschildern versehen, mit Ausnahme markierter Wanderwege, die wir nur selten benützen dürfen.

Der geneigte Leser, der es gewöhnt ist, als Wanderer mit der Karte umzugehen, blättere bitte weiter; die nächsten Sätze sind für die Leute bestimmt, die zwar Autokarten lesen können, aber keine Messtischblätter. Der Autofahrer ist es gewöhnt, an jeder Kreuzung lesbare Beschilderungen zu finden, diese sind leicht mit den Namen und Zahlen auf der Karte zu koordinieren. Im Gelände gibt es diese nicht. In die Detailkarte 1 : 50 000 oder gar 1 : 25 000 muss man sich erst einlesen. Ortschaften und Gewässer sind auf der Karte leicht zu erkennen, aber man muss auch unterscheiden lernen, was Äcker, Wiesen oder Wälder sind, ob es sich um große oder kleine Straßen oder Feldwege handelt, was ein Fußweg ist und was eine Markungsgrenze. Man muss die Höhenlinien ablesen können, ob das Gelände flach oder bergig ist, ob der Weg im Tal oder auf der Höhe verläuft, ob er aufwärts oder abwärts führt und wie steil er ist. Die höchsten - trigonometrischen - Punkte sind oft durch Höhenziffern gekennzeichnet. Sehen Sie nach dem Erscheinungsdatum der Karte! Gerade Detailkarten veralten oft schnell, wenn sich die Wege eines Gebietes zum Beispiel durch Flurbereinigung vollständig verändern. 1 : 50 000-Karten werden für Wandervereinigungen immer wieder neu aufgelegt, sie sind deshalb meist auf dem neueren Stand als die im Detail genaueren Karten 1 : 25 000. Der Maßstab 1 : 50 000 ist im allgemeinen für unsere Zwecke ausreichend. Nachteilig bei der Karte 1 : 25 000 ist auch, dass man nicht den Gesamtüberblick hat; außerdem ist man zu schnell aus der Karte gewandert, so dass man unter Umständen mehrere Karten für eine Tagesetappe mitnehmen muss.

Um sich auf der Karte orientieren zu können, ist es das Wichtigste, dass man den eigenen Standort mit Sicherheit feststellen kann; dazu muss man die Karte »einnorden«. Wenn man mehrere markante Punkte in der Landschaft - Ortschaften, Wegespinnen, Hochspannungsleitungen, Gewässer, Waldecken etc. - in der Karte eindeutig findet, ist diese leicht so zu halten, dass man die Umgebung erkennt und den richtigen Weg suchen kann. Sonst braucht man einen Kompass zur Bestimmung der Himmelsrichtungen. Wenn die Sonne scheint, genügt die Uhr, in dem Fall wird »eingesüdet«. Die Sonne steht mittags um 12 Uhr genau im Süden. Man hält die Uhr so, dass der Stundenzeiger auf die Sonne weist, dann halbiert man den Winkel zwischen dem kleinen Zeiger und der Ziffer »12« auf der Uhr, und schon weiß man, wo Süden ist.

Haben Sie Ihren Standpunkt auf der Karte und diese liegt richtig zur Landschaft, so können Sie die Richtung anpeilen, die Sie einschlagen müssen, um Ihr geplantes Ziel zu erreichen. Das Wichtigste ist der richtige Einstieg!

Wir meiden alle stärker befahrenen Straßen, auch die direkten Ortsverbindungen, schon wegen der harten Oberfläche. Große Städte umgehen wir in sehr weitem Bogen, aber auch Dörfer, wenn es möglich ist. Wenn jedoch ein Fluss oder eine Bahnlinie nur im Ort zu überwinden ist, ziehen wir hindurch; dann reiten wir einzeln dicht hintereinander ganz am rechten Straßenrand und im Schritt. Oft kommen wir nur zu Mittag oder am Abend in eine Ortschaft. Bei schmalen Brücken muss man wissen, ob der Belag hält und am Ende keine Treppen kommen. Zu schmale Wege, die keine Wendung mehr erlauben, können gefährlich werden, zum Beispiel Fußwege zwischen Zäunen.

Bei der Auswahl unter den vielen Feld- und Waldwegen achten wir zuerst auf die allgemeine Himmelsrichtung, dann auf die zu überwindenden Höhenunterschiede. Es ist manchmal besser, einem gewundenen Tal nachzureiten als unnötig bergauf und bergab. Gegenden mit viel Weideland sehen oft verlockend aus, sind aber schwerer zu durchreiten als Ackerbaugebiete! Die Ackerwege sind eingezeichnet und klar erkennbar, aber Weidezäune — feste oder Elektrozäune — zwingen immer wieder zu unerwarteten Umwegen. Kritisch sind auch Wasserläufe, manchmal findet man eine Furt und kann direkt durchwaten. Spazierwege für Fußgänger und Wanderer sind meist erkennbar; man sollte sie besonders in Naherholungsgebieten in der Nähe von Siedlungen und Wanderparkplätzen meiden, wenn keine zweite Spur nebenher führt, die sich als Hufschlag eignet. Wanderwege können wir nur da mitbenützen, wo erkennbar ist, dass der Weg zweispurig ist. Wir nehmen dann die schlechtere Seite und überlassen die bessere stets dem Fußgänger. Wo erkennbar ist, hier geht ein Fußgänger, werden wir seinen Weg schonen. Wenn auf einem zweispurigen Feldweg ein grüner Mittelstreifen vorhanden ist, benützen wir ihn lieber einzeln hintereinander als nebeneinander in den beiden Spuren. Manche eingezeichneten Fußwege sind oft so lange nicht mehr begangen worden, dass sie in der Landschaft kaum oder gar nicht mehr zu erkennen sind. Viele Wege enden nicht nur auf der Karte, sondern auch in der Natur. Da entsteht dann leicht die Gewissensfrage, ob man auf Feld- oder Ackergrenzen oder Schlepperspuren weiterreitet, um einen Anschlussweg zu finden, oder ob man zurückreitet, bis man den richtigen Einstieg gefunden hat - auch das ist eine Frage der Bodenfeuchtigkeit (siehe hier).

In Waldgebieten ist es oft schwierig zu reiten, so schön es gerade im Wald ist. Neu angelegte Forststräßchen dürfen wir nicht betreten, da die Stollen der Hufeisen Spuren hinterlassen können. Auf Holzschneisen dagegen ist die Orientierung oft sehr schwer. Den Weg, den man auf der Karte ausgesucht hat, in der Natur nachher zu finden ist ein spannendes Unternehmen, und die gerittene Tagesstrecke entspricht nicht immer der geplanten. Zeitreserven muss man immer großzügig einplanen.

Es ist selten erfolgreich, sich von Einheimischen Fußwege sagen zu lassen, dazu ein Zitat von Knigge aus dem Jahre 1792: »Man verlasse sich nicht auf die Bauern, wenn sie uns Fußwege anzeigen, die näher als die gewöhnlichen sein sollen, so wie überhaupt diese Menschen voll Vorurteilen und voll Anhänglichkeiten an alte Gewohnheiten sind, so gehen sie auch immer die Wege, die vom Vater auf den Sohn herab als die nächsten sind anerkannt worden, ohne dass sie Augenmaß und Überlegung gebrauchen, um Irrtümer ihrer Voreltern zu berichtigen.« Knigges Bauern konnten keine Karten lesen, sie hatten noch keine, aber sonst stimmt der Satz wohl noch. Heute werden Sie auf die »schönen, sauberen«, neuen Asphaltstraßen verwiesen. Ein anderer Grund, möglichst wenig zu fragen, ist der, dass man anstandshalber gezwungen ist, den mühsam erklärten Weg auch einzuschlagen, obwohl man laut Karte den besseren eigentlich gewusst haben könnte!


      

 




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